EDA und ESA kooperieren bei SatCOM

apf

04/03/2021

Die European Defence Agency (EDA) und die Europäische Weltraumorganisation (ESA) sind übereingekommen, im Rahmen ihrer jeweiligen Zuständigkeiten gemeinsam alle relevanten Technologie- und Fähigkeitsmöglichkeiten für die schrittweise Evolution und Entwicklung von sicheren Satellitenkommunikationssystemen der nächsten Generation (Next-Generation Secure Satellite Communication, NGSSC) zu erforschen, die zum Nutzen ihrer jeweiligen Mitgliedsstaaten, Nutzergemeinschaften und der Industrie benötigt werden. Zu diesem Zweck wurde bereits am 25. Februar ein Memorandum of Intent (MOI) von den beiden Organisationen unterzeichnet.

Die Absichtserklärung wird die bestehende Zusammenarbeit zwischen der ESA und der EDA erweitern, die durch die 2011 unterzeichnete Verwaltungsvereinbarung geregelt ist und durch die gemeinsamen Bemühungen im Bereich der staatlichen Satellitenkommunikation, die seit 2017 Gegenstand einer speziellen Durchführungsvereinbarung ist, weiter untermauert wird. In Anbetracht der wachsenden strategischen Bedeutung der Satellitenkommunikation in den Bereichen Sicherheit und Verteidigung, einschließlich der Unterstützung der strategischen Autonomie Europas, sind ESA und EDA der Ansicht, dass zusätzliche kooperative Schritte unternommen werden sollten, um eine sichere und widerstandsfähige Satellitenkommunikation zu entwickeln, die den sich entwickelnden Bedürfnissen der Mitgliedstaaten entspricht und auch die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie stärkt.

Sichere Satellitenkommunikation – NG SATCOM Infrastruktur Sondierungssystemstudien

Konkret ist geplant, die Aktivitäten beider Organisationen mit dem Ziel zu koordinieren, die laufenden Systemstudien der ESA zu Lösungen für die Satellitenkommunikation der nächsten Generation zu unterstützen, die insbesondere darauf abzielen, Systemarchitekturen zu identifizieren, die einer breiten Palette von Nutzeranforderungen im Bereich der sicheren Kommunikation entsprechen. Die EDA wird eingeladen, am Studienprozess der ESA teilzunehmen, um Fachwissen, Informationen, Daten und einen Kanal zu den Nutzergemeinschaften bereitzustellen, die ein Interesse an der explorativen Systemstudie der ESA haben könnten. Sobald die Ergebnisse der Studie im Laufe des Jahres 2021 vorliegen, werden ESA und EDA weitere koordinierte Schritte in Bezug auf die Entwicklung und Vorbereitung von NGSSC-Systemen untersuchen.

Beide Parteien werden auch gemeinsam prüfen, wie die jeweiligen Nutzergemeinschaften am besten bedient werden können, indem sie die Relevanz von Nutzersegmenten wie dem EU-Satcom-Marktmodell und -Diensten der EDA sowie dem GOVSATCOM Pooling and Sharing Demonstration Project der EDA untersuchen. Darüber hinaus werden die beiden Organisationen diesen neuen Rahmen nutzen, um relevante Aktivitäten zur Unterstützung der EDA-Satellitenkommunikationsarbeit in den Bereichen Sicherheit, Zugangsgarantie und Anforderungen der nächsten Generation von Satellitenkommunikation für die EU-Verteidigung, Satellitenkommunikationsausbildung und Standardisierung zu diskutieren. In Anbetracht der Herausforderungen und Einsätze werden diese Aktivitäten synchronisiert und in voller Koordination und Transparenz mit allen relevanten Akteuren in diesem Bereich durchgeführt. Die Agenturen werden darüber hinaus ihre Ansichten zu Vorschlägen für GOVSATCOM-bezogene Projekte im Rahmen von EU-Verteidigungsinitiativen wie PESCO (Permanent Structured Cooperation) und dem Europäischen Verteidigungsfonds (EEF) koordinieren. Ein weiteres Ziel der neuen Zusammenarbeit ist die Erkundung potenzieller gemeinsamer F&E-Anstrengungen, die für die künftige Umsetzung einer gemeinsamen Vision und Strategie für sichere Satellitenkommunikation von Bedeutung sind. Schließlich werden diese gemeinsamen Aktivitäten durch einen Sicherheitsmanagementplan unterstützt, der zukünftige Kooperationsaktivitäten und hochrangige Sicherheitsziele abdeckt, die im Rahmen dieser Kooperation umgesetzt werden sollen.

Der Vorstandsvorsitzende der EDA, Jiří Šedivý, begrüßte die verstärkte Zusammenarbeit mit der ESA und erklärte: „Heutzutage sind weder nationale noch multinationale militärische Operationen ohne die Unterstützung weltraumgestützter Systeme, insbesondere sicherer und belastbarer Satellitenkommunikation, nicht mehr denkbar, und ihre Bedeutung nimmt weiter zu. In der Coordinated Annual Review on Defence (CARD), der ersten umfassenden Verteidigungsüberprüfung auf EU-Ebene, wurde die Bedeutung der Zusammenarbeit im Weltraum ausdrücklich hervorgehoben und die ‚Verteidigung im Weltraum‘ als einer der dringendsten, notwendigsten und folgenreichsten Bereiche für die Zusammenarbeit und zukünftige Investitionen in die EU-Verteidigung identifiziert. Daher wird eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen ESA und EDA in diesem speziellen Bereich nicht nur für unsere Mitgliedstaaten und die Industrie von Vorteil sein, sondern auch zur Stärkung der europäischen Verteidigungsfähigkeiten beitragen“.

ESA-Generaldirektor Jan Wörner sagte: „Im Laufe der Jahre haben unsere beiden Agenturen nicht weniger als acht formelle Kooperationsprojekte durchgeführt, die die meisten Bereiche der Raumfahrt abdecken. Unsere Partnerschaft ist solide und wird die ESA-Mitgliedstaaten unterstützen und dazu beitragen, eine widerstandsfähige zivile Infrastruktur und robuste Dienstleistungen für die Bürger zu gewährleisten“.

apf

Ähnliche Artikel

jQuery( document ).ready(function() { jQuery('input.et_pb_searchsubmit').val('Suche'); });