Leonardo steigt bei Hensoldt ein

apf

25/04/2021

Wie der italienische Rüstungskonzern Leonardo am 24. April mitteilte, will man 25,1% der Anteile der deutschen Hensoldt AG kaufen. Vorbehaltlich aller Genehmigungen und Regularien soll das Geschäft im zweiten Halbjahr 2021 noch umgesetzt werden. In der Pressemitteilung heißt es:

Leonardo hat eine endgültige Vereinbarung mit Square Lux Holding II S.à r.l., einem Portfoliounternehmen, das vom US-Finanzinvestor Kohlberg Kravis & Roberts & Co. L.P. (KKR) kontrolliert wird, unterzeichnet. Damit soll eine 25,1%ige Beteiligung an der Hensoldt AG für einen Kaufpreis von ca. 606 Mio. € oder 23 € je Aktie erworben werden. HENSOLDT ist ein führendes europäisches Unternehmen im Bereich der Sensorlösungen für Verteidigungs- und Sicherheitsanwendungen mit einem wachsenden Portfolio in den Bereichen Cybersicherheit, Datenmanagement und Robotik. Durch den Anteilserwerb wird Leonardo neben der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), die sich zu 80% im Besitz der Bundesrepublik Deutschland befindet, zum größten Anteilseigner von Hensoldt. Die KfW hat vereinbart, im März 2021 einen Anteil von 25,1% an HENSOLDT zu erwerben.

Alessandro Profumo, CEO von Leonardo, sagte: „Wir freuen uns über die Investition in Hensoldt als Katalysator für den Aufbau einer engeren Zusammenarbeit, die unsere jeweiligen Positionen im wachsenden Markt für Verteidigungselektronik weiter stärken wird. Wir glauben, dass dieser Schritt Wert für alle unsere Aktionäre schaffen wird, da er komplementäre Stärken zusammenbringt, um mehr Kunden und Partner mit den von ihnen benötigten Lösungen zu versorgen, während gleichzeitig nationale Technologien und Fähigkeiten erhalten bleiben. Diese Investition spiegelt auch unsere seit langem vertretene Ansicht über die Bedeutung des Aufbaus von Kooperationen in der europäischen Luft- und Raumfahrt- sowie Verteidigungsindustrie wider und zeigt die Entschlossenheit von Leonardo, eine aktive Rolle in dieser Entwicklung zu spielen.“

Thomas Müller, CEO von HENSOLDT, sagte: „Wir begrüßen die Investition von Leonardo in Hensoldt sehr. Mit dieser Transaktion haben wir einen zweiten langfristigen Ankeraktionär in unserem Unternehmen und einen starken potenziellen strategischen Partner, mit dem wir bereits erfolgreich an einer Reihe von Programmen zusammenarbeiten. Als führender Anbieter von Sensorlösungen für Verteidigungs- und Sicherheitsanwendungen sehen wir vielfältige Möglichkeiten, mit LEONARDO zusammenzuarbeiten, um unsere erfolgreiche Strategie weiter zu unterstützen und das langfristige Wachstum von HENSOLDT stärken zu können.“

Hensoldt und Leonardo unterhalten schon lange gemeinsame Geschäftsbeziehungen. Diese werden mit diesem Investment jetzt erheblich ausgebaut. Die Behörden müssen dem Geschäft aber noch zustimmen.

KKR hatte 2017 die ehemalige Radarsparte von Airbus übernommen und daraus Hensoldt gemacht. Im September 2020 brachte man Hensoldt dann an die Börse, damals für € 12 je Aktie. Im März 2021 wurden dann 25,1% an die Bundesrepublik Deutschland verkauft. Und jetzt weitere 25,1% an Leonardo. Damit hält KKR noch einen Anteil von rund 18% an Hensoldt. Auch die Rüstungsunternehmen Thales, Saab und Indra hatten sie an den Leonardo-Anteilen interessiert gezeigt.

apf

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