Reserve spielt tragende Rolle

02/06/2021

Die Bundeswehr setzt neben ihren aktiven Soldaten vor allem auf Reservedienstleistende, um ihre Aufträge zuverlässig zu erfüllen. Auch an der Hammelburger Infanterieschule halten Reservisten den Betrieb am Laufen.

„Reservisten sind die Zahnräder, die die Maschinerie am Laufen halten“, unterstreicht Brigadegeneral Michael Matz die Bedeutung der Reserve in der Bundeswehr. An der Infanterieschule gibt es derzeit insgesamt 42 Dienstposten, die zusätzlich zu einem aktiven Soldaten mit einem Reservedienstleistenden besetzt sind. Wann immer der eigentliche Dienstposteninhaber durch Auslandseinsätze, Urlaub oder andere Abwesenheiten ausfällt, springt der Reservist für ihn ein.

Der stellvertretende Kommandeur und sein Fahrer: Oberst Uwe Schönborn (links) und Oberstabsgefreiter Martin Bühling. (Foto: Bundeswehr/Andrea Rippstein)

Eine besondere Geschichte

„Dabei geht es hier sowohl um Führungs- als auch Mannschaftsdienstposten.“, erläutert Brigadegeneral Matz als Kommandeur der Infanterieschule die große Bandbreite. Er nennt ein Beispiel aus seinem Führungstrupp: „Aktuell ist mein etatmäßiger Stellvertreter im Urlaub. Deshalb vertritt ihn Oberst der Reserve Uwe Schönborn.“ Mit dem Oberstabsgefreiten Martin Bühling hat der Führungstrupp einen weiteren Soldaten im Status eines Reservedienstleistenden, der im Stabsdienst und als Fahrer eingesetzt ist. Bühling war bereits als aktiver Soldat im Führungstrupp eingesetzt. Nun überbrückt er die Zeit bis zum Ausbildungsbeginn bei der Polizei mit einer Reservedienstleistung bei seinem „alten“ Arbeitgeber Bundeswehr. Er sagt: „Durch diese Möglichkeit vermeide ich einen Leerlauf vor Ausbildungsbeginn. Auch künftig kann ich mir gut vorstellen, von Zeit zu Zeit zur Bundeswehr zurückzukehren.“ Damit schlägt er einen Weg ein, den die Bundeswehr in der ´Strategie der Reserve´ für alle ehemaligen Zeitsoldaten anstrebt: Nach ihrer aktiven Dienstzeit sollen sie für mehrere Jahre als Reservisten zur Verfügung stehen, um im Bedarfsfall einzuspringen.

Sowohl im Stabsdienst als auch im Ausbildungsbetrieb können Reservedienstleistende ihre Wehrübung absolvieren (Symbolbild). (Foto: Bundeswehr/Carl Schulze)

Der klassische Weg zur Reserve

Diesen Weg ging auch Oberst Uwe Schönborn. Nach 16 Jahren in der Offizierlaufbahn schied der Fallschirmjäger als Hauptmann aus dem aktiven Dienstverhältnis aus. Dennoch verlor er nie den Kontakt zur Bundeswehr und machte regelmäßig Wehrübungen. Als Oberst hat er inzwischen den höchstmöglichen Dienstgrad für einen Reservisten erreicht. Der Manager bei einem Telekommunikationsanbieter sagt: „Als Reservist bin ich flexibel: Ich verpflichte mich für kurze Zeiträume von wenigen Monaten, die eine spannende Abwechslung zum zivilen Berufsalltag bieten.“ Gleichzeitig reize ihn die Herausforderung: „Ich muss Leistung bringen, sonst wird mich mein Verband nicht mehr zur Reservedienstleistung heranziehen.“ Zum Bild des Reservisten hat er eine klare Haltung: „Der moderne Reservist ist tief in der Truppe verwurzelt und entlastet die Aktiven.“

Er setzt für Hammelburg auch auf die Reserve: Brigadegeneral Michael Matz. (Foto: Bundeswehr/Andrea Rippstein)

Eine wertvolle Unterstützung

Brigadegeneral Michael Matz weiß, dass er sich auf seine Reserve verlassen kann: „Bei uns üben Reserve-Soldaten zwischen fünf und 299 Tagen im Jahr, es ist also für jeden etwas dabei.“ Und weiter: „Im Jahr 2021 planen wir mit knapp 8.400 Übungstagen. Damit lässt sich während Belastungsspitzen eine wirkliche Entspannung für die aktive Truppe herbeiführen.“ Mit Blick auf die Zukunft sagt er: „Ich hoffe, noch möglichst viele ehemals aktive Soldaten als Reservisten wiederzusehen und lade auch Quer- und Seiteneinsteiger dazu ein, einmal ihre Möglichkeiten bei der Bundeswehr zu prüfen.“

Autor: Hauptmann Jan Volkmann

Fotos: Bundeswehr/Benjamin Bendig

Pressemitteilung

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