Fahnenjunkerlehrgang in zwei Inspektionen erfolgreich abgeschlossen

26/07/2021

Die Sonne steht strahlend über der „Fähnrichwiese“ der Infanterieschule in Hammelburg. Angetreten ist der jüngste Führungsnachwuchs der Infanterie. Der am 02.07.2021 offiziell beendete zweite Durchgang des neukonzipierten Fahnenjunkerlehrganges Infanterie erreichte kürzlich mit der Offizierbriefverleihung an den 90. Offizieranwärterjahrgang des Deutschen Heeres seinen Höhepunkt.

Bestpreisübergabe (v.l.n.r.): Oberstleutnant Andreas Eichhorn, Oberstabsgefreiter Tim Reimann, Brigadegeneral Michael Matz, Oberstleutnant Andreas Stingl

Erstmalig bildeten parallel die III. Inspektion unter der Führung von Oberstleutnant Sascha Zander und die XIII. Inspektion unter der Führung von Major Andreas Mathes den Führungsnachwuchs der Infanterie aus. 15 Wochen harter Dienst und unzählige Herausforderungen liegen jetzt hinter den 48 Teilnehmenden, bestehend aus allen drei Truppengattungen der Infanterie.

Angetreten: Ausbilder und Offizieranwärter der III. Inspektion.

Der Kommandeur der Lehrgruppe A, Oberstleutnant Andreas Eichhorn, begrüßte den Kommandeur der Infanterieschule und General der Infanterie, Brigadegeneral Michael Matz, den Leiter Lehre und Ausbildung und stellvertretender Kommandeur und Standortältesten, Oberst Stefan Josef Leonhard, den Geschäftsführer des Bundes der Deutschen Infanterie e.V. (BDInf), Oberstleutnant Andreas Stingl, sowie weitere Ehrengäste und auch ein Ensemble des Heeresmusikkorps aus Veitshöchheim. Unter der Leitung von Hauptfeldwebel Bernhard Müßig, sorgten sie in bewährter Form für den musikalischen Rahmen.

Der Kommandeur der Lehrgruppe A, Oberstleutnant Eichhorn bei seiner Ansprache.

Umfangreiches Ausbildungsprogramm

Die Vielfalt der Ausbildungsabschnitte reichte von Vorträgen zur politischen Bildung über das Erbringen von Schießleistungen in Verbindung mit dem Erreichen der Qualifikation als „Schießausbilder Landoperationen“ bis hin zur Vorbereitung und Durchführung von Ausbildungen. Abgerundet durch Gefechtsdienstprüfungen und Rechtsklausuren wurde den 47 jungen Offiziersanwärtern und einer Offiziersanwärterin ein optimales Grundlagenpaket geschnürt.

Die Teilnehmenden waren bereits an eine „Bundeswehr unter der Auflage COVID-19“ aus ihrem regulären Ausbildungsgang gewöhnt, der bisher aus Grund- und Spezialgrundausbildung sowie der Sprachenausbildung Englisch bestand. Nun ist ein weiterer wichtiger Abschnitt mit der Übergabe der Offizierbriefe geschafft. Für die Masse der Soldaten folgt nun das Führungspraktikum in der Truppe. In diesem Praktikum werden sie mit Führungsaufgaben innerhalb der Kampfkompanien bis zur Ebene des stellvertretenden Gruppenführers betraut und vertraut gemacht.

Brigadegeneral Matz gratuliert einem Teilnehmer aus der III. Inspektion mit kräftigem Schulterklopfen.

„Bearbeitet – Modelliert – Geformt“

Mit diesen Worten beschrieb Oberstleutnant Eichhorn kurz und prägnant in seiner Ansprache die wesentliche Aufgabe der Ausbilder während des Lehrgangs. Er gab dem Führernachwuchs neben dem Grundverständnis – Menschen so zu behandeln, wie man selbst behandelt werden will – drei Punkte mit auf den weiteren Weg: Die moralische Aufgabe als Menschenführer, Verantwortung für die anvertrauten Männer und Frauen zu übernehmen und dabei die Konstante Mensch stets zu achten und zu beachten. Es folgten die Übergabe der Offizierbriefe und der Glückwunsch an jeden der Absolventen des Fahnenjunkerlehrganges durch Brigadegeneral Matz und Oberst Leonhard sowie deren Dank an die Durchführenden des Lehrganges.

Das Lehrgangsziel: der Offizierbrief.

Bestpreisverleihung

Im Anschluss an die Übergabe befahl Oberstleutnant Eichhorn: „Oberstabsgefreiter Tim Reimann vortreten und Front zur Truppe!“ Der 31-jährige Reimann sticht nicht nur durch seinen Dienstgrad aus der Masse hervor. Der ehemalige Grundwehrdienstleistende, der anschließend immer wieder in Ergänzungstruppenteilen der Bundeswehr Reservedienst geleistet hat, studiert „normalerweise“ Sport und Philosophie auf Lehramt. Er entschied sich dazu, das Studium für eine kurze Zeit zu unterbrechen. Inspiriert wurde er durch seinen Reservedienst in der 11. Kompanie des Fallschirmjägerregiments 31 im niedersächsischen Seedorf, der sogenannten „Kobra-Kompanie“. Mit seiner Platzierung als Lehrgangsbester hat er seinem Beorderungstruppenteil alle Ehre gemacht und ist seinem eigenen Anspruch gerecht geworden. Als weiterer Höhepunkt des Antretens und in Würdigung seiner Leistung erhielt er durch den General der Infanterie, der Kraft seines Amts auch der erste Vizepräsident des Bundes Deutscher Infanterie ist, und den Geschäftsführer des Bundes eine gerahmte Urkunde und einen Dolch als Bestpreis.

Autoren: Axel Beyer und Kai Gutbier, Fotos: Bundeswehr / Benjamin Bendig

Pressemitteilung

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