Probot, eine flexible Plattform zur Unterstützung der Infanterie

19/10/2021

Die Bundeswehr hat eine Felderprobung unbemannter Landfahrzeuge (engl. Unmanned Ground Vehicles oder UGV`s) durchgeführt. Die Federführung im Rahmen der F&T-Studie „Unmanned Ground Vehicles zur Unterstützung abgesessener Kräfte“ hatte dabei das Amt für Heeresentwicklung zusammen mit dem Fraunhofer Institut FKIE. Unterstützung erhielt die Dienststelle auch von den Infanteristen der 6. Kompanie des BMVg-Wachbataillons und dem BAAINBw. Durchgeführt wurden die Feldtests auf dem Truppenübungsplatz Jägerbrück in Torgelow.

Der Probot von Elbit Systems Deutschland als Cargo Mule, egal ob Rucksäcke, liegend Verwundete oder schwere Waffen wie die GraMaWa. Von der Plattform aus kann sogar direkt gewirkt werden. (Alle Fotos: Elbit Systems Deutschland)

Im Rahmen der Studie sollten verschiedene UGVs in realitätsnahen Szenarien getestet und bewertet werden. Die bisherigen Kriterien wie z.B. Fahreigenschaften und Teleoperation/Fernbedienung wurden ergänzt um die Nutzbarkeit autonomer Funktionen in einsatznahen Szenarien. Der Höhepunkt war das Gefechtsschießen, bei dem die Soldaten durch die teilnehmenden UGV´s unterstützt wurden.

Der Probot kann bis zu zwei liegend Verwundete transportieren. Auch autonom zu einer Verwundetensammelstelle. Damit entlastet er die Einsatzkräfte und erhält die Kampffähigkeit der Infanteriegruppe.

Elbit Systems Deutschland hat nach 2019 erneut mit zwei Probot V2 teilgenommen. Unser UGV Probot (Professional Robot) ist ein geländegängiger Träger- und Aufklärungsroboter zur Unterstützung abgesessener Truppen und zur Steigerung deren Effektivität. Um die Einsatzkräfte zu entlasten ist der Probot in der Lage, Verwundete liegend, Rucksäcke oder andere Lasten (z.B. Munition, Ersatzteile) zu transportieren, oder verschiedene Sensoren (Elektrooptische -, ABC-Spür -, Elektronischer Kampf – (EW)) zur Aufklärung aufzunehmen. Beim aktuellen Test wurden neben normalen Lasten auch Granatmaschinenwaffen (GraMaWa) des schweren Zuges transportiert.

Probot beim Transport der GraMaWa. DIe Bundeswehr will die UGVs für die schweren Züge der Infanteriekompanien beschaffen.


Auch ein direkter Einsatz der GraMaWa vom Probot aus ist denkbar, wurde aber nicht im scharfen Schuss erprobt. Das Einsatzkonzept (CONOPS) sieht vor, dass der Probot kleinere UGVs oder unbemannte Luftfahrzeuge (UAVs) in ein Zielgebiet transportieren kann, um Aufklärungsmissionen durchzuführen und deren Reichweite erheblich zu vergrößern. Der Probot kann für Gefechtsstände auch als Relaisstation zur Erhöhung der Reichweite und Abstandsfähigkeit genutzt werden.

Im Rahmen der F&T-Studie stellte der Probot seine Fähigkeiten als flexibel einsetzbares Cargo Mule unter Beweis. Zusätzlich zur Geländegängigkeit und des teleoperierten Fahrens konnten sich die Soldaten einsatznah von der Praxistauglichkeit der autonomen Funktionen „Follow-Me“ und Wegpunktnavigation ein eignes Bild machen, u.a. in den Szenarien Logistik und Verwundetentransport. Auch eine Nutzung mehrerer Probot in einem Konvoi ist möglich. Hohe Flexibilität ist ein wichtiger Faktor im Einsatz. Außerdem zeichnete sich der Probot vor allem durch seine niedrige Einstiegshürde aus. Für den Einsatz ist also keine lange Ausbildung der Nutzer notwendig. Das System ist intuitiv und weist eine hohe Bedienerfreundlichkeit/Usability auf. Aufgrund des elektrischen Antriebs, der einen Betrieb von bis zu 24 Stunden ermöglicht, ist die akustische und thermische Signatur extrem gering.  Das erschwert eine gegnerische Aufklärung.

Hier gut zu sehen ist der Kettensatz als Option.

Dank der kompakten Abmessungen (H/B/L: 195x133x112 cm) kann der Probot sowohl in Gebäuden als auch im freien Gelände eingesetzt werden. Das Fahrzeug wiegt 435 kg und kann eine maximale Nutzlast von 750 kg tragen. Probot ist äußerst mobil und kann verschiedene Geländearten wie Sand, Wasser, Dickicht, Geröll und Hindernisse durchqueren, der Schutz entspricht IP67. Zur Erhöhung der Geländegängigkeit kann das 4×4 Fahrzeug mit einem Gummikettensatz ausgestattet werden. Die maximale Geschwindigkeit liegt bei 12 km/h. Zur Stromversorgung dient ein 48-V-Akku nach Militärnormen. Bei einem Line-of-Sight Betrieb ist die Reichweite 1.500 m. Neben einem GPS ist das Fahrzeug Tag-/Nacht-Kameras, inklusive Zoomfunktion, für eine 360° Rundumsicht ausgestattet – diese können zu Aufklärungszwecken auch aufzeichnen. Als Unterstützung ist eine 360°-Nah-Infrarot-Beleuchtung (NIR) verbaut. Die Kommunikation erfolgt über ein sicheres mobiles IP-Ad-hoc-Netz mit Mesh-Datenverbindung. Die Steuerung und Programmierung erfolgt über eine Ruggedized Operator Control Unit (ROCU-7). Diese wiegt 2,3 kg und kann alle Arten von unbemannten Fahrzeugen – Luft, Land, See – bedienen und auch im Nachtsichtmodus genutzt werden.

Pressemitteilung

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