„Green Griffin 21“: Die Bilanz

02/11/2021

Mit der multinationalen Bundeswehr-Übung „Green Griffin 21“ stärkte die Division Schnelle Kräfte von September bis Oktober die Landes- und Bündnisverteidigung. Bei der größten Übung seit der Corona-Pause gab es auch zwei nationale Zertifizierungen. Die Verantwortlichen ziehen ein positives Fazit.

Bei „Green Griffin 21“ übten niederländische, US-amerikanische, deutsche und rumänische Soldaten gemeinsam die Landes- und Bündnisverteidigung. (Foto: Bundeswehr/Carl Schulze)

Insgesamt nahmen knapp 2.500 Soldaten, 850 Fahrzeuge und rund 35 Helikopter aus den Niederlanden, USA, Rumänien und Deutschland teil. Brigadegeneral Maurice Timmermans ist der stellvertretende niederländische Kommandeur der Division Schnelle Kräfte in Stadtallendorf und Übungsdirektor von „Green Griffin 21“. Er erklärt: „Multinationalität ist, wenn rumänische Soldaten eine niederländische Tankanlage für US-amerikanische Helikopter sichern, mit denen ein deutsch-niederländischer Verband in den Einsatz gebracht wird. Und genau das erlebten wir bei Green Griffin 21.“

Nach der Anlandung aus der Luft galt es für die niederländischen Soldaten mehrere Gebäude „feindfrei“ zu kämpfen. Dabei kamen auch Zugangssprengungen zum Einsatz. (Foto: Bundeswehr/Carl Schulze)

Nationale Zertifizierung der Niederländer

Ziel der Übung war es, Prozesse und Verfahren der multinationalen „Air Mobile Task Force 11“ und der deutschen „Aviation Task Force NATO Response Force 2022-24“ zu üben und zu zertifizieren. Bei dem luftbeweglichen Einsatzverband „Air Mobile Task Force 11“ wurde unter anderem das 11 niederländische Infanteriebataillon mit Helikoptern des Transporthubschrauberregiments 10, der 12. amerikanischen Combat Aviation Brigade und des niederländischen Defensie Helicopter Commands von Klietz nach Lehnin geflogen, um dort einen überraschenden Angriff auszuführen. Diesen Auftrag erfüllten die niederländischen Soldaten erfolgreich, sodass sie die nationale Zertifizierung für diese Fähigkeit erhielten.

Bei Green Griffin waren bis zu 35 Helikopter im Einsatz, sechs davon stammten aus dem Kampfhubschrauberregiment 36 aus Fritzlar. (Foto: Bundeswehr/Carl Schulze)

Erfolgreiche Vorbereitung auf die „VJTF 23“

Die deutsche „Aviation Task Force NATO Response Force 2022-24“ ist ein Teil des deutschen Beitrages zur „Very High Readiness Joint Task Force“, kurz VJTF, für das Jahr 2023. Die als „NATO-Speerspitze“ bekannte VJTF gehört zur NATO Response Force. Mit der Task Force kann die NATO schnell und flexibel auf sicherheitspolitische Entwicklungen reagieren und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Landes- und Bündnisverteidigung. Der deutsche fliegerische Anteil des Einsatzverbandes setzt sich aus Helikoptern des Kampfhubschrauberregimentes 36 aus Fritzlar sowie des Transporthubschrauberregiments 30 aus Niederstetten zusammen. Eine Aviation Task Force ist ein gemischter Hubschraubereinsatzverband, der den Kampf am Boden aus der Luft unterstützt, ohne jedoch eigene Bodentruppen zu haben. Um diesen Auftrag zu erfüllen, richtete der Einsatzverband einen „Forward Arming and Refueling Point“, kurz FARP, ein und betrieb diesen. Am FARP werden Hubschrauber in der Nähe zum Einsatzgebiet betankt und neu aufmunitioniert. Die Übung diente als Vorbereitung für die NATO-Zertifizierung der VJTF, welche im kommenden Jahr erfolgen soll. Die nationale Vorübung nach NATO-Kriterien war erfolgreich.

Am „FARP“ wird ein deutscher Kampfhubschrauber von Typ „Tiger“ wieder aufmunitioniert. (Foto: Bundeswehr/Carl Schulze)

Einsatzbereit, jederzeit, weltweit“

Der Kommandeur der Division Schnelle Kräfte, Generalmajor Andreas Hannemann, bilanzierte zum Abschluss der Übung: „Erst kürzlich bewiesen wir bei der militärischen Evakuierungsoperation in Afghanistan, dass wir unserem Leitsatz ´einsatzbereit – jederzeit – weltweit` voll gerecht werden. Dieser Anspruch gilt auch für die Landes- und Bündnisverteidigung, die wir bei Green Griffin übten. Wir sind die Schnellsten, wir sind die Ersten und schaffen als luftbewegliche Kräfte den Eingang für größere Folgeoperationen. Ich bedanke mich bei allen Beteiligten, insbesondere auch für die Unterstützung unserer Bündnispartner.“

Ihre gemeinsame Bewertung: Übungsziele erreicht, Interoperabilität und Einsatzbereitschaft erhöht (v.l.n.r.): Brigadegeneral Maurice Timmermans, Generalmajor Andreas Hannemann, Colonel Cornel-Traian Scurt, Brigadegeneral Andreas Pfeifer. (Foto: Bundeswehr/Markus Mader)

Autor: Jan Volkmann

Pressemitteilung

Ähnliche Artikel

HENSOLDT entwickelt „MUSS 2.0“

HENSOLDT entwickelt „MUSS 2.0“

HENSOLDT erweitert die Leistungsfähigkeit seines Selbstschutzsystems für Panzerfahrzeuge MUSS (= Multifunctional Self-Protection System), um zusätzliche, neu auftretende Bedrohungen zu detektieren und abzuwehren. Mit der Weiterentwicklung im Auftrag des Bundesamtes...

$( document ).ready(function() { $('input.et_pb_searchsubmit').val('Suche'); });