Elbit Systems liefert DIRCM- und luftgestützte EW-Selbstschutzsysteme an VAE

03/01/2022

Wie Elbit Systems in einer Pressemeldung am 3. Januar 2022 bekannt gab, hat die Tochtergesellschaft in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) einen Auftrag im Wert von rund 53 Millionen US-Dollar für die Lieferung von Direct Infrared Countermeasures (DIRCM) und luftgestützten Systemen zur elektronischen Kriegsführung (Electronic Warfare) für den Airbus A330 Multi-Role Tanker Transport (MRTT) der Luftwaffe der Vereinigten Arabischen Emirate erhalten. Der Vertrag wurde über einen Zeitraum von fünf Jahren geschlossen.

Im Rahmen des Vertrags wird Elbit Systems Emirates eine Multiturm-Konfiguration des J-MUSIC Selbstschutzsystems zusammen mit dem infrarotbasierten passiven Luftwarnsystem des Unternehmens liefern, das ein hohes Maß an Schutz und Redundanz bietet. Die DIRCM-Systeme des Unternehmens haben bis heute mehr als 350.000 Betriebsflugstunden geleistet und sind an Bord von mehr als 25 Flugzeugtypen installiert. Angesichts der zunehmenden Bedrohung von Flugzeugen durch schultergestützte Flugabwehrraketen verzeichnet das Unternehmen eine steigende Nachfrage nach dieser Art von Selbstschutzfähigkeiten. Auch die Bundeswehr plant den Airbus A400M mit einem solchen System auszustatten. Zudem werden die CH-53 Hubschrauber der Bundeswehr, die A330 MRTT Flotte der NATO, die KC390-Flugzeuge Portugals, alle Luftfahrzeuge der israelischen Fluggesellschaften sowie Maschinen für Staatsoberhäupter und VIP-Kunden durch dieses System geschützt.

Elbit Systems betrachtet die Vereinigten Arabischen Emirate als einen wichtigen Markt, dies war der erste Vertrag in der Region, nachdem das israelische Unternehmen während der Dubai Air Show 2021 sich erstmals in den VAE präsentiert hatte.

Piloten der NATO Multinational Multi-Role Tanker Transport Flotte checken das J-MUSIC DIRCM System von Elbit Systems vor dem Abflug. (Foto: NSPA)

DIRCM: Modernster Schutz von Starr- und Drehflüglern

Anfang September beendete die Bundeswehr die Militärische Evakuierungsoperation aus Afghanistan/Kabul. Für die Flüge von und nach Kabul wurden ausschließlich Luftfahrzeuge des Typs Airbus A400M eingesetzt. Leider waren die Maschinen noch nicht mit dem Directed Infrared Counter Measure (DIRCM) System ausgestattet. DIRCM bietet dem Luftfahrzeug sowie der Besatzung die höchsten Überlebenschancen gegen anfliegende Bedrohungen, wie z.B. durch infrarotgelenkte Flugabwehrraketen des Typs Stinger. Das DIRCM des A400M ist Bestandteil des Defensive Aids Sub-Systems (DASS). Das Herzstück des DIRCM ist J-MUSIC (Multi Spectral Infrared Countermeasure) von Elbit Systems Deutschland, das zusammen mit der Diehl Defence GmbH & Co. KG sowie Airbus Defence and Space im A400M eingerüstet werden soll. J-MUSIC verwendet modernste IR-Lasertechnologie, um den Schutz von Luftfahrzeugen gegen Boden-Luft-IR-Raketen zu gewährleisten. Insgesamt werden 24 der 40 A400M der Luftwaffe mit dem DIRCM System ausgestattet.

Um alle Arten von Luftfahrzeugen mit einem DIRCM System schützen zu können, bietet Elbit Systems Deutschland die MUSIC-Familie an. In Abhängigkeit von Art des Luftfahrzeuges – Dreh- oder Starrflügler – und deren Größe – werden unterschiedliche Versionen angeboten. Mini-MUSIC ist dabei die kompakteste und leichteste Variante des DIRCM-Systems. Mini-MUSIC eignet sich vor allem für kleine und mittlere Drehflügler und Starrflügler. Mini-MUSIC wurde schon im UH-60 Blackhawk oder der CH-47 Chinook eingerüstet und könnte auch z.B. den H145M Light Utility Helicopter Special Operation Forces (LUH SOF) des Hubschraubergeschwader 64 aus Laupheim optimal schützen. Mini-MUSIC hat die Maße (H/L/B) 449x316x271 mm und ein Gewicht von 19 kg. Damit würde dem Hubschrauber kaum Nutzlast verloren gehen.

C-MUSIC ist das weltweit erste DIRCM-System, das in Passagier- und Transportflugzeugen im regulären kommerziellen Einsatz installiert wurde. So sind alle Maschinen der israelischen Fluggesellschaft EL AL mit C-MUSIC ausgestattet sowie eine Reihe deutscher, europäischer und anderer Regierungsflugzeuge. C-MUSIC wurde speziell für den Schutz großer Flugzeuge vor wärmesuchenden Boden-Luft-Raketen (MANPADS) entwickelt. Das System wiegt 160 kg und hat die Maße von 270x60x50 cm. C-MUSIC verwendet eine faserlaserbasierte DIRCM-Technologie, die ursprünglich für Militärflugzeuge und -hubschrauber entwickelt wurde. Damit bietet es neben dem Schutz von militärischen Flugzeugen auch ”zivilen” bzw. Regierungsmaschinen eine entsprechende Fähigkeit. Bisher wurde C-MUSIC für die Luftfahrzeugtypen B777, B747, B737, B757, B767, A330 und A320 zertifiziert und verbaut. Bisher kann das System schon heute mehrere zehntausend operative Einsatzstunden auf diesen Mustern nachweisen.

J-MUSIC ist die neueste Variante des DIRCM-Systems, das für den Schutz von Großflugzeugen, einschließlich Transportflugzeugen, Tankflugzeugen, Sondereinsatzplattformen, VIP-Jets und anderen Flugzeugen optimiert worden ist. J-MUSIC ist leichter (57 kg) und kompakter (Höhe 18 cm, Durchmesser 34 cm) als C-MUSIC und lässt sich leicht auf einer Vielzahl von Flugzeugtypen in Konfigurationen mit einem oder mehreren Geschütztürmen installieren. Das System bietet eine schnelle Reaktion und ermöglicht eine überlegene Verteidigung gegen mehrere und gleichzeitige Raketenbedrohungen. Dies ist besonders bei taktischen Einsätzen von enormer Bedeutung und dort überlebenswichtig. Neben dem A400M wird J-MUSIC als Schutzsystem auch beim A330 MRTT von der Bundeswehr sowie weiteren NATO-Partnern eingesetzt.

Das J-MUSIC DIRCM System von Elbit Systems Deutschland schützt u.a. die A400M der Luftwaffe (in Zukunft) sowie die A330 MRTT der Luftwaffe und weiterer NATO-Partner. (Grafik: Airbus)

Pressemitteilung

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