Gedenkort der Armee: «monumoira» ist das Siegerprojekt

17/02/2022

Der Wettbewerb für die Gestaltung eines Gedenkortes für die Verstorbenen der Schweizer Armee ist abgeschlossen. Die Jury hat das Projekt «monumoira» der beiden Basler Andreas Schneider und Philipp Schallnau einstimmig zum Siegerprojekt erkoren. Dieses schafft mit einfachen Mitteln und einer starken Symbolik beim Armee-Ausbildungszentrum Luzern (AAL) einen Gedenkort für die im Dienst verstorbenen Armeeangehörigen.

Die Armee will an einem zentralen Ort der verstorbenen Armeeangehörigen sowie der bei militärischen Unfällen verstorbenen Zivilpersonen gedenken. Als Standort wurde das Armee-Ausbildungszentrum (AAL) in Luzern als Ausbildungs- und Begegnungsort für das Berufs- und Milizpersonal der Armee gewählt. Für die Gestaltung wurde Ende 2020 ein Ideenwettbewerb im offenen Verfahren veranstaltet.

Nun hat eine Jury das Projekt «monumoira» vom Basler Künstler andreasschneider und dem Basler Architekten Philipp Schallnau zum Siegerprojekt erkoren. Die Projektverfasser sehen als Gedenkort ein Ensemble aus zwei Elementen vor, die miteinander in einer dialektischen Beziehung stehen: Ein in den Boden eingelassenes, feines Messingband erstreckt sich quer über das gesamte Areal des AAL. Gegenüber der Horizontalität des Bandes bildet eine aufrechtstehende, messingbekleidete Stele ein stark kontrastierendes Element, das bereits von weitem zu sehen ist.

Der Entwurf der Gewinner. (Grafik: armasuisse)

Feine und präzise Symbolsprache

Die Jury würdigt in ihrem Schlussbericht die gewählten Gestaltungsmittel und die reduzierte, aber dennoch starke Symbolik des Siegerprojektes. Im Sinne eines «Schicksalsschlages» und in der Art eines plötzlichen und radikalen Schnittes hinterlässt das Band eine Narbe auf dem Areal. Es überschreibt als Zäsur die bestehende Oberfläche. Die Stele markiert den Ort des Gedenkens als feine Nadel, symbolisiert die Verankerung der Schweizer Armee im Land und verbindet als vertikale Linie das Irdische mit dem Überirdischen. Am Ort der Stele bildet eine Absenkung der Wiesenfläche den eigentlichen Gedenkort, bei dem auf dem Messingband eine Inschrift in vier Landessprachen zum Vorschein kommt.

Ideenwettbewerb mit 104 Beiträgen

Als Mitglieder der Jury amteten Expertinnen und Experten aus Kunst und Architektur, Vertreterinnen und Vertreter von Stadt und Kanton Luzern sowie der Armee. Die Jury hat in einer ersten Runde aus 104 Wettbewerbsbeiträgen zehn Projekte zur Weiterbearbeitung empfohlen. Diese wurden durch die Projektverfasserinnen und -verfasser im Rahmen eines Studienauftrages weiterentwickelt. Im Dezember 2021 hat die Jury schliesslich einstimmig das Projekt «monumoira» zum Siegerprojekt bestimmt.

Für die Realisierung sind Gesamtkosten von rund 1,3 Millionen Franken vorgesehen. Die Bauarbeiten am Projekt können durch Truppen der Armee unterstützt werden. Aufgrund von Verzögerungen durch die Corona-Pandemie wird der Gedenkort frühestens 2023 eingeweiht.

Ein Ort der Begegnung und der Einkehr

Das Bedürfnis nach einem zentralen Ort, der ein Gedenken an die verstorbenen Armeeangehörigen sowie die bei militärischen Unfällen verstorbenen Zivilpersonen ermöglicht, ist bei Angehörigen, Kameradinnen und Kameraden von Verstorbenen, bei der Armeeseelsorge wie auch bei der Armeeführung entstanden. Mit dem Projekt «monumoira» will die Armee künftig dieser Verstorbenen in würdigem Rahmen gedenken können.

Der Gedenkort soll sowohl im kleinen, intimen Kreis in Begleitung der Armeeseelsorge, als auch im Rahmen von Gedenkveranstaltungen genutzt werden. Durch die öffentliche Zugänglichkeit steht er auch für die individuelle Einkehr offen.

Pressemitteilung

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