BWI entwickelt neues Krisenvorsorgeinformationssystem Bund

25/03/2022

In Krisensituationen muss schnell reagiert werden. Die Evakuierungsoperation in Kabul hat gezeigt, dass ein klares Lagebild das Vorgehen in Krisen verbessern könnte. Hierfür entsteht ein neues Krisenvorsorgeinformationssystem Bund (KVInfoSysBund) als ressortübergreifendes Digitalisierungsprojekt: eine innovative Lösung, die mit maßgeblicher Beteiligung der BWI GmbH für Bundeswehr und Bund umgesetzt wird.

Die BWI realisiert im Auftrag der Bundeswehr das neue Krisenvorsorgeinformationssystem Bund (KVInfoSysBund). Dieses System dient der IT-gestützten Erstellung präziser Lagebilder zur Planung von Maßnahmen, um deutsche Staatsangehörige und Schutzbefohlene bei Krisen im Ausland zu schützen und gegebenenfalls zu evakuieren. Bis Ende 2023 soll der Aufbau stufenweise vorangetrieben werden. Mit dem neuen Krisenvorsorgeinformationssystem Bund soll es im Krisenfall möglich werden, noch schneller und effizienter als bisher reagieren zu können.

KVInfoSysBund ist ein Digitalisierungsprojekt des Bundes. Das Einsatzführungskommando der Bundeswehr vertritt im Auftrag des Bundesverteidigungsministeriums die Interessen aller beteiligten Bundesressorts, wie beispielsweise Bundesministerium der Verteidigung oder Auswärtiges Amt, und forciert seit 2017 den Aufbau. Gemeinsam mit der BWI, dem Digitalisierungspartner der Bundeswehr, wurden erst ein Konzept und dann ein Prototyp entwickelt. Auf Basis dieser Erkenntnisse schafft die BWI nun eine ressortübergreifende Lösung, die das bestehende KVInfoSys der Bundeswehr ablösen soll.

Arbeitsalltag im Lagezentrum im Landeskommando Sachsen in Dresden (Quelle: Bundeswehr/Sebastian Kelm)

Neue Lösung ermöglicht ressortübergreifende Zusammenarbeit

Das Novum: KVInfoSysBund soll den Informationstransfer verschiedener Bundesressorts und die Sammlung relevanter Daten aus öffentlichen Quellen maschinell mittels Künstlicher Intelligenz ermöglichen. Die Anwender*innen sollen das System außerdem orts- und zeitunabhängig, etwa im Einsatz, und auf mobilen Endgeräten nutzen können. Damit entspricht KVInfoSysBund dem gestiegenen Bedarf des Bundesverteidigungsministeriums und der beteiligten Ressorts an einer digitalen Lösung zum Informationsaustausch, um bei der Bewältigung von Krisenlagen gemeinsame Prozessabläufe etablieren zu können. „Es geht nicht nur darum, eine Anwendung zur Datendarstellung für Lagebilder zu entwickeln, sondern es sind auch Schnittstellen zu schaffen, um die ressortübergreifende Zusammenarbeit aller Beteiligten zu unterstützen“, erklärt BWI-Projektleiter Frank Rüben die besondere Herausforderung des Projekts und ergänzt: „Hierbei gilt es, den hohen Anforderungen von Bundesbehörden und der Bundeswehr in puncto Datenschutz und Informationssicherheit zu entsprechen.“

Die Beauftragung zeigt: Die BWI treibt nicht nur Innovationen für die Bundeswehr voran und trägt somit zur Stärkung deren Handlungsfähigkeit bei, sondern kann ihr Know-how auch für ressortübergreifende Digitalisierungsprojekte einbringen und so Deutschland auf seinem Weg zum digitalen Staat unterstützen.

Pressemitteilung

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