ISL – eine Landmarke deutsch-französisch-europäischer Forschungszusammenarbeit

02/05/2022

wt hatte sich am 29. April für ein Hintergrundgespräch mit den beiden Direktoren des Deutsch-Französischen Forschungsinstituts Saint-Louis (Institut franco-allemand de recherches de Saint-Louis) verabredet. Die in Saint-Louis im Département Haut-Rhin beheimatete Forschungseinrichtung mit dem inzwischen weit über Europa hinaus bekannten Kürzel „ISL“ feierte Ende Juni 2019 ihr 60-jähriges Bestehen. Ihre Gründung erfolgte mit dem Anspruch, als gleichberechtigtes binationales Instrument die Forschungsarbeit in vielen Bereichen der Sicherheits- und Verteidigungstechnik voranzutreiben – bis heute, denn die Einrichtung verfügt mit seinen 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern über eine einzigartige Expertise auf vielen Gebieten der Sicherheits- und Verteidigungsforschung und ist ein international begehrter Kooperationspartner. In der historischen Rückschau betrachtet gilt das ISL als ein bedeutender Grundstein für die deutsch-französischen Beziehungen. Die Resultate jahrelanger Arbeiten können sich national wie international sehen lassen. Das Repertoire ist umfangreich und reicht vom passiven und aktiven Gehörschutz über neuartige Laserquellen bzw. -materialien für Abwehrmaßnahmen sowie akustische und optische Verfahren für die Entdeckung von Kleinstdrohnen und Scharfschützenaktivitäten bis hin zu Laser-Bildbearbeitungsverfahren im augensicheren Bereich und die elektromagnetische Beschleunigung. Die Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der induktiven elektrischen Energiespeicherung weisen auf ein bedeutsames Potenzial für die Entwicklung von elektrischen Schienenkanonen (Railguns) hin. Das Jahr 1992 steht außerdem für die Inbetriebnahme eines großen Windkanals, in dem ein permanenter Luftstrom von über Mach 4 erzeugt werden kann.

Lesen Sie das Interview mit den beiden Direktoren demnächst hier auf wt info und in der ILA-Ausgabe der wt Ende Mai.

Autor: Stefan Nitschke

Die beiden Direktoren des Deutsch-Französischen Forschungsinstituts Saint-Louis: in der Mitte der seit 2010 amtierende französische Direktor Christian de Villemagne und rechts Oberst Michael Meinl, der sein Amt als deutscher Direktor am 1. Dezember 2021 antrat. Außen links Mönch-Geschäftsführer Volker Schwichtenberg.

Stefan Nitschke

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