Das Vorbild für den Nachwuchs: Fähnrichoffiziertagung in der DSK

21/06/2022

Den Offizieranwärtern die richtige Haltung vorleben: Die Fähnrichoffiziere des Heeres tragen durch Ausbildung und Erziehung wesentlich zur Truppengattungsprägung und zum Selbstverständnis der Offizieranwärter in den jeweiligen Verbänden bei. Jetzt trafen sich die Fähnrichoffiziere der Division Schnelle Kräfte zu einer bundesweiten Tagung in Stadtallendorf.

Brigadegeneral Dirk Faust (stehend) ist der Kommandeur der Division Schnelle Kräfte. (Foto: Bundeswehr/Engler)

„Mir kommt es darauf an, dass Sie dem Führungsnachwuchs unser heutiges Selbstverständnis als Offizier vermitteln. Die Anwärter brauchen ein starkes Wertegerüst.“, gab der Kommandeur der Division Schnelle Kräfte, Brigadegeneral Dirk Faust, seine Erwartungshaltung an die Fähnrichoffiziere der Division bekannt und ging dabei auf die besondere Herausforderung dieser Zielsetzung ein. Weiterhin komme es, neben der inneren Haltung, auf eine starke körperliche Robustheit und Feldverwendungsfähigkeit an, um im Falle der Landes- und Bündnisverteidigung widrigen Bedingungen zu trotzen und kriegstauglich zu sein. Abschließend merkte der Divisionskommandeur an, dass natürlich auch Stil und Form nicht zu kurz kommen dürften.

Im Hauptauftrag Chef einer Fallschirmjägerkompanie, im Nebenauftrag der Fähnrichoffizier des Fallschirmjägerregiments 26 aus Zweibrücken: Major Kai Gutbier (Zweiter von rechts). (Foto: Bundeswehr/Schulz)

„Die Spinne im Netz“

Der Fähnrichoffizier des Fallschirmjägerregiments 26, Major Kai Gutbier, trug zum Rollenverständnis vor: „Für mich muss der Fähnrichoffizier die ‚Spinne im Netz‘ sein, die zu allen Beteiligten beste Verbindungen unterhält und merkt, wenn irgendwo etwas nicht stimmt.“ Er sei Experte und Berater für die eigenen Vorgesetzten sowie erster Ansprechpartner für die angehenden Offiziere. „Das oberste Ziel ist die Bindung an die eigene Truppengattung“, so Gutbier weiter. In der Offizierausbildung gehe es insbesondere in den ersten Monaten darum, ein solides Fundament für ein Bestehen des Studiums zu schaffen. „Insofern brauchen wir profunde Kenntnisse zum jeweiligen Ausbildungsgang des Offizieranwärters.“

Oberst Andreas Schmand (Zweiter von rechts) ist der Inspizient für Offizier- und Unteroffizierausbildung im Deutschen Heer. (Foto: Bundeswehr/Engler)

„Mut zur Lücke“

Aus dem Kommando Heer in Strausberg war der Inspizient der Offizier- und Unteroffizierausbildung des Heeres, Oberst Andreas Schmand, angereist. Er berichtete von seinen Erkenntnissen aus der Dienstaufsicht bei der Offizierausbildung: „Die Offizieranwärter sind motiviert, wobei sie starre Dienstzeitregelungen teilweise ausbremsen. Umgekehrt gibt es mitunter Anwärter, die Soldat sein nur als Beruf verstehen, was sich nicht mit den Anforderungen einer Landes- und Bündnisverteidigung vereinbaren lässt.“ Er führte aus: „Im Krieg haben Sie vielleicht Wochen oder Monate keine Handyverbindung und leben in einem behelfsmäßigen Zelt. Das müssen wir unserem Nachwuchs vermitteln.“ Auf den Hinweis von den Tagungsteilnehmern, dass der Ausbildungsgang zwischen Arbeitszeitbestimmungen und studienvorbereitenden Praktika wenig Raum für die Schaffung der richtigen Einstellung biete, entgegnete Schmand: „Zur Prägung der Soldaten müssen wir auch bei technisch hochspezialisierten Soldaten Mut zur Lücke haben, damit diese sich mit dem Soldat sein als Berufung voll identifizieren.“

Die Teilnehmer gaben den Tagungsplanern eine positive Rückmeldung und wünschten sich eine Neuauflage im nächsten Jahr. (Foto: Bundeswehr/Engler)

Positives Feedback und Wunsch zur Neuauflage

Am Ende der Tagung stand ein anonymisierter Feedbackbogen der Tagungsteilnehmer. Sie sprachen sich dafür aus, die Tagung auch künftig auf Ebene der Division Schnelle Kräfte stattfinden zu lassen und lobten die Möglichkeit für einen offenen Austausch zwischen Fähnrichoffizieren und den unterschiedlichen Akteuren in der Offizierausbildung: „Es hilft, wenn man unter Gleichgesinnten ähnliche Probleme besprechen und daraus kreative Lösungen entwickeln kann“, lobte einer der Tagungsteilnehmer. Ein anderer unterbreitete einen Verbesserungsvorschlag für das nächste Jahr: „Es wäre schön, im nächsten Jahr auch Vertreter der Bundeswehruniversitäten am Tisch zu haben.“ Brigadegeneral Faust zog zum Abschluss ein positives Fazit einer erfolgreichen Veranstaltung: „Unser Ausbildungssystem für Offizieranwärter bietet gute Möglichkeiten, unseren Nachwuchs an die Truppengattung zu binden. Als Fähnrichoffizier sitzen Sie an der entscheidenden Stelle. Gehen Sie es weiter an.“

Autor: Hauptmann Jan Volkmann

Pressemitteilung

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