Sicherheit im Einsatz: BAAINBw beschafft Fahrzeug-Röntgenanlage

09/08/2022

Am 8. Juli 2022 hat das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) mit der Firma steep GmbH einen Vertrag zur Beschaffung des Systems „Fahrzeugdurchleuchtungsanlage“ geschlossen. Damit erhält die Bundeswehr ein mobiles System, mit dem Fahrzeuge bis Lkw-Größe geröntgt und auf mögliche Gefährdungen überprüft werden können.

Geschäftsführer der steep GmbH, Peter Pützfeld (links) und Referatsleiter BAAINBw K2.2, LRDir Achim Loch, bei der Unterzeichnung. (Foto: BAAINBw)

Schneller Vertragsschluss durch gute Zusammenarbeit

Wegen der aktuellen Lieferkettenproblematik und stetig steigender Rohstoff- und Energiepreise musste schnell gehandelt werden. Und das BAAINBw hat diese besondere Herausforderung angenommen: Innerhalb nur einer Woche erfolgte im Amt die finale Abstimmung eines unterschriftsreifen Vertrages.

Die gut abgestimmte Zusammenarbeit aller Abteilungen des BAAINBw hat eine mehrmonatige Zeitverzögerung im Projekt zu Ungunsten unserer Soldatinnen und Soldaten im Einsatz verhindert“, so der Projektleiter beim Referat „Pionierkampfmittel, Kampfmittelabwehr, Minensuch- und -räumsysteme, C-IED“ (BAAINBwBundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr K6.4), Technischer Regierungsdirektor Norman Orlowsky.

Der Beschaffungsvertrag umfasst die Lieferung einer Ausbildungs- und zweier Einsatzanlagen. Er hat ein Volumen von insgesamt etwa 24,8 Millionen Euro und wurde auf Initiative des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr als „Sofortinitiative Einsatz“ gestartet.

Die Lieferung der drei Systeme wird für das dritte Quartal 2023 erwartet.

Besserer Schutz für Soldatinnen und Soldaten

Das System „Fahrzeugdurchleuchtungsanlage“ besteht aus drei handelsüblichen Fahrzeugscannern Eagle M60 und Teilen der bereits eingeführten und in Mali eingesetzten Systeme der „abstandsfähigen Zugangskontrolle“. Im Rahmen einer Systemintegration werden diese Komponenten zum Gesamtsystem Fahrzeugdurchleuchtungsanlage „verschmolzen“.

Dadurch können jetzt Fahrzeuge bis zu einer Höhe von etwa 4,50 Metern komplett durchleuchtet werden. Hierzu werden Röntgenstrahlen mit einer Energie von bis zu sechs Megaelektronenvolt auf das zu untersuchende Fahrzeug „geschossen“.
So sind auch 30 Zentimeter dicke Stahlwände kein Hindernis beim Erkennen und Identifizieren einzelner Objekte. Selbst kleinste Drähte einer möglichen Sprengfalle werden sichtbar. Der Scanner kann organische und anorganische Stoffe farblich voneinander unterscheiden. Auch das macht die Detektion von Explosivstoffen deutlich sicherer.

Der handelsübliche Fahrzeugscanner Eagle M60 ist Bestandteil des Systems. (Foto: Rapiscan Systems/AS&E)
Deutlich erkennt man das Durchleuchtungsergebnis eines mit Altreifen beladenen Lkw (Foto: Bundeswehr)

Parallel zur laufenden Fahrzeugüberprüfung wird das Fahrpersonal strahlungsgeschützt auf versteckte Gegenstände am Körper sowie im Handgepäck untersucht. Gleichzeitig werden auch die biometrischen Merkmale, wie Fingerabdrücke und Irisscans, verarbeitet.
Dazu kommen unter anderem ein Metalldetektorbogen, ein Gepäckröntgenscanner und ein Millimeterscanner, umgangssprachlich als „Nacktscanner“ bezeichnet, zum Einsatz.

Steuerung aus sicherer Entfernung

„Der Clou an der Sache ist, dass alle Aktivitäten aus einer bis zu mehrere hundert Meter entfernten und damit explosionsgeschützten Kontrolleinheit gesteuert und beobachtet werden können“, begeistert sich der Projektmitarbeiter Technischer Regierungsamtmann Robert Ueckert.

Die mobile Anlage ist in klimatisierten 20-Fuß-Containern installiert und kann universell per Land-, Luft- oder Seeweg verlegt werden. Eine Anlage besteht aus dem Durchleuchtungstruck und einer abgesetzten Kontrolleinheit (Container). Ein weiterer Servercontainer vervollständigt das System.

Schematische Übersicht der Fahrzeugdurchleuchtungsanlage (Foto: steep GmbH)

Autor: BAAINBw K6.4

Pressemitteilung

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