Spanische Polizei und INDRA stellen neue Methode für ballistische Untersuchungen vor

26/10/2022

Die spanische Nationalpolizei und das Technologieunternehmen Indra haben eine neue Methode der chemischen Analyse vorgestellt, die die ballistische Untersuchung durch den Einsatz des revolutionären iForenLIBS-Systems erheblich vereinfacht und beschleunigt. Durch die Entscheidung Ende der 2010er Jahre, die Verwendung von Blei in Munition aus Gründen des Umweltschutzes und der öffentlichen Gesundheit einzuschränken, wurde die ballistische Analyse deutlich komplexer. Die Ermittlungen der Polizeibehörden in aller Welt wurden durch ein neues Hindernis erschwert.

Die spanische Polizei und Indra stellten das neue Verfahren in einer wissenschaftlichen Studie vor, die auf dem jährlichen Ballistik- und Schusswaffenkongress des ENFSI in Lissabon anerkannten Fachleuten aus der ganzen Welt vorgestellt wurde.

In der Studie wurde das Problem der Sintox- und Nontox-Patronen untersucht. Jeder Hersteller hat seine eigene Fulminant-Formulierung, bei der Blei durch andere gängige, als ungiftig geltende Elemente wie Kalium, Natrium und Silizium ersetzt wird. Dies macht die chemische Analyse sehr viel schwieriger und ressourcenaufwändiger.

Mit dem iForenLIBS-System von Indra hat die spanische Nationalpolizei einen neuen Weg gefunden, die Entfernung zu bestimmen, aus der ein Schuss abgefeuert wurde, indem sie ein gemeinsames Element analysiert hat: die mikroskopisch kleinen Kupferrückstände im Messing der Patronen. Dies macht andere, komplexere Techniken überflüssig; sogar Kleidungsstücke, die mit biologischem Material bedeckt sind, können analysiert werden.

Ermöglicht wurde dies durch die Ermittlungsarbeit der Polizei, die eine große Anzahl von Fällen aufklären konnte, und durch die außergewöhnliche Empfindlichkeit des iForenLIBS-Systems von Indra, das in der Lage ist, Partikel jedes chemischen Elements mit einer Größe von nur einem Mikron – einem Tausendstel Millimeter – schnell zu analysieren.

Mit Hilfe der laserinduzierten Zerfallsspektroskopie (LIBS) kann das System auch den Einschusswinkel und die Flugbahn eines Geschosses bestimmen, indem es die Trümmer um ein Einschussloch analysiert. Es ist, als ob Fähigkeiten, die bisher nur in einem großen Labor zu finden waren, nun an den Tatort gebracht werden. Die Analyse vieler Beweisstücke ist nun problemlos möglich, und erste Ergebnisse können bereits am Tatort vorliegen, so dass die Ermittlungen von Anfang an vorankommen.

Pressemitteilung

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