Lithium ist heute eines der begehrtesten Rohstoffe weltweit. Das Leichtmetall wird in stetig steigendem Umfang für die Elektromobilität – von Elektrofahrzeugen bis hin zu Energiespeichern – benötigt.
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) geht davon aus, dass die weltweite Nachfrage nach Lithium-Ionen-Batterien bis 2030 von heute jährlich 200 GWh auf mehr als 2.000 GWh ansteigen wird. Daran habe die Elektromobilität maßgeblich Anteil, so eine Verlautbarung des Ministeriums vom Jahresende 2024.
Bei Lithium ist – wie bei vielen anderen strategischen und kritischen Rohstoffen – ein konsequentes Umdenken bei der Nutzung heimischer Ressourcen erforderlich. Denn das Potenzial heimischer Ressourcen ist längst nicht ausgeschöpft.

Seit einiger Zeit rückt die Nutzung von lithiumhaltigen Thermalwässern in den Mittelpunkt des Interesses. Für ein Projekt der australischen Vulcan Energy Resources in der Nähe von Ortenau – im zentralen Oberrheintalgraben gelegen – kann jetzt der Übergang von der Entwicklung zur kommerziellen Produktion vollzogen werden. Die Finanzierung des so genannten „Lionheart“-Projekts konnte unlängst abgeschlossen werden. Insgesamt 2,2 Mrd. € fließen nach Unternehmensangaben in die erste Lithium-Wertschöpfungskette Europas.
Das Projekt umfasst zwei zentrale Anlagen: In Landau in der Südpfalz gewinnt eine kombinierte Geothermie- und Lithiumextraktionsanlage (G-LEP) den Rohstoff und erneuerbare Energie, in Frankfurt-Höchst wird eine „zentrale Lithiumanlage“ (CLP) die Weiterverarbeitung übernehmen. Jährlich will man bis zu 39.400 Tonnen Lithiumhydroxid (LiOH) produzieren. Das reicht für rund 500.000 Elektrofahrzeuge. Die Projektlaufzeit ist auf 30 Jahre angelegt.