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Carsten Vennemann

Kontrolliertes Abfangen in sensiblen Lufträumen

Feindliche Drohnen minimalinvasiv unschädlich zu machen ist das erklärte Ziel des Rüstungs-Start-ups Argus Interception aus Rotenburg/Wümme. Wie das gelingt zeigt Argus Interception mit der Abfangdrohne A1-Falke auf der EnforceTac.

Kleindrohnen in gesperrten Lufträumen unschädlich zu machen, ist eine Herausforderung. Gerade in dicht besiedelten und urbanen Räumen, wo sich neben militärischen Einrichtungen auch Industrie und eine Vielzahl kritischer Infrastruktur befinden und auch bei Großveranstaltungen, darf es bei der Drohnenbekämpfung keine Kollateralschäden geben. Jegliches Risiko für Menschen und Gebäude durch herabfallende Trümmer soll und muss vermieden werden.

Die A1-Falke von Argus Interception ermöglicht kontrolliertes Abfangen in sensiblen Lufträumen.
Foto: Carsten Vennemann

Abfangen statt abschießen

Das als Quadrokopter konzipierte Counter-UAS A1-Falke wurde speziell für den Einsatz in sensiblen Lufträumen in Zusammenarbeit mit Bundesbehörden und Flughäfen gemäß deren Vorgaben entwickelt. Die A1-Falke ist eine netzbasierte, hochautomatisierte Abfangdrohne für kontrollierte Einsätze in Umgebungen, die kinetische Abwehrmaßnahmen, also den Abschuss, nicht zulassen.  Ausgestattet mit zwei integrierten Netzwerfern kombiniert sie einsatzbewährte Netzabfangfähigkeit mit integriertem Multi-Sensor-Tracking (Radar, Lidar, Tiefenbildkamera). Bis zu drei Netzen in den Ausmaßen 4×4 bzw. 7×7 Metern können in der Drohne mitgeführt werden. Mit dieser Ausstattung überwacht die A1-Falke einen definierten Luftraum, erkennt und verfolgt eindringende Drohnen und fängt diese nach Freigabe durch den Operateur mit der Netzwurftechnologie automatisiert und kontrolliert ab. Zur forensischen Auswertung und Beweissicherung wird die abgefangene Drohne sicher zielgerichtet am Boden abgelegt. Die Netzabfangdrohne A1-Falke wiegt weniger als 25 Kilogramm und hat eine Flugdauer von 30 Minuten. Die Abfangrate soll bei über 95 Prozent liegen. Mehrere Netzabfangdrohnen können gleichzeitig in einem Einsatzraum operieren und einzeln oder kooperativ unterschiedliche Ziele abfangen.

Je nach Einsatzzweck sind unterschiedliche Varianten des Systems verfügbar. Eine sogenannte tragbare Koffervariante sowie fahrzeugmontierte Systeme für den mobilen Einsatz und feste Installationen für den stationären Schutz kritischer Infrastruktur.

Im Einsatz bei Bundeswehr und Bundespolizei

Das automatisierte C-UAS-Abfangsystem A1-Falke wurde im vergangenen Jahr von der Bundeswehr beschafft und in Dienst gestellt. Im Rahmen der Übung Red Storm Bravo in Hamburg kam das System erstmals öffentlich zum Einsatz. Laut Medienangaben wurden 24 Systeme ausgeliefert, die im Schnellen Reaktionselement zur Abwehr von Drohnen (SRE C-sUAS Lw) beim Objektschutzregiment der Luftwaffe genutzt werden. Auch die Bundespolizei stattet ihre erst im Dezember vergangenen Jahres neu aufgestellte Drohnenabwehreinheit mit der A1-Falke aus, wie Argus Interception in einer Pressemeldung Anfang Februar mitteilte, ohne dabei detailliert auf Stückzahlen und Kostenumfang einzugehen.

Wehrtechnik

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