Unbemannte Luftfahrzeuge – Drohnen – verändern schon seit langem das Einsatzprofil der Streitkräfte nachhaltig.
Der Drohneneinsatz hat sich allerdings stark gewandelt. Waren es zunächst mit geeigneter Aufklärungsausstattung ausgerüstete Starrflügler oder Quadrocopter, die als unverzichtbare Elemente für die Nah- und Weitbereichsaufklärung eingesetzt wurden, so entscheiden heute bewaffnete Drohnen – „Kamikaze-Drohnen“ – über den Erfolg einer militärischen Operation. Bei den meisten der im Russland-Ukraine-Krieg eingesetzten Drohnen handelt es sich um FPV-Drohnen. Deren Massenproduktion – sowohl in Russland als auch in der Ukraine – hat nach mehr als vier Jahren Krieg Höchstzahlen erreicht.
Von den militärischen Konflikten der vergangenen Jahre – zwischen Aserbaidschan und Armenien um das Gebiet Bergkarabach (Nagorni-Karabach) oder zwischen Russland und der Ukraine bis hin zum aktuellen Krieg gegen den Iran – überall dort, wo Drohnen und insbesondere so genannte „Kamikaze“-Drohnen zum Einsatz kommen, steigt die Bedeutung der Drohnenabwehr.
Die Risiken, die von Drohneneinsätzen ausgehen, bleiben nicht auf ukrainisches Territorium beschränkt. Vielmehr stellt sich nach wiederholten Einflügen russischer Drohnen in den polnischen Luftraum (im September 2025) die Frage, wie auch die Nato-Ostflanke geschützt werden kann. Die Sicherheit Polens, der baltischen Staaten und anderer Nato-Staaten (wie Rumänien) steht auf dem Spiel. Daher kommt dem ambitionierten Projekt zum Aufbau einer Drohnenabwehrkette („Drone Wall“) entlang der über 3.000 Kilometer langen Nato-Ostgrenze eine besondere Bedeutung zu. Dafür ist neueste Technik auf dem Gebiet der Drohnenentdeckung, -identifizierung und -bekämpfung von Nöten.
Um dies zu erreichen, sind Systemlösungen erforderlich, die in der Lage sind, eine Vielzahl von Sensoren und Effektoren als Systemkomponenten eines Drohnenabwehrschirms zu integrieren.Ein von Indra vor kurzem in Litauen gezeigtes System schützt das taktische Luftwaffendetachement „Vilkas“, bestehend aus 200 Soldaten, elf F/A-18 Hornet-Kampfflugzeugen und einem A400M-Tankflugzeug, vor der Bedrohung durch Drohnen und andere unidentifizierte Flugobjekte (z. B. Ballons) aus dem russischen und belarussischen Raum. Das spanische Verteidigungsministerium hatte im Dezember 2025 entschieden, den Schutz desspanischen Kontingents mit Indras Drohnenabwehrsystem zu verstärken. Seitdem stellt es nach Angaben von Indra einen robusten Schutz- und Überwachungsbereich über dem Einsatzgebiether. Es wird im Rahmen des ARACNE-Projekts, das in Zusammenarbeit mit der EM&E Group vorangetrieben wird, kontinuierlich weiterentwickelt. Dank seines fortschrittlichen Führungs- und Kontrollsystems können Sensoren, Effektoren und Führungssysteme vieler Hersteller problemlos integriert werden.
Das derzeit von den spanischen Streitkräften eingesetzte C-UAS-System zählt zu den modernsten in Europa und ist für den Einsatz unter extremsten klimatischen Bedingungen ausgelegt. Es hat seine Effektivität auch in anderen Einsatzumgebungen unter Beweis gestellt, beispielsweise im Rahmen einer EU-Mission in Mali. Im zivilen Bereich wurde Indras C-UAS-Systemlösung im Rahmen der Sicherheitsvorkehrungen für den Nato-Gipfel 2022 in Madrid genutzt.

Foto: Indra