Teil einer ganzheitlich ausgerichteten Luftverteidigung: Die Abwehr von Drohnenbedrohungen wird beim modularen Drohnenabwehrsystem ASUL der Bundeswehr mit kinetischen Wirkmitteln erweitert. (Foto: HENSOLDT AG)
Teil einer ganzheitlich ausgerichteten Luftverteidigung: Die Abwehr von Drohnenbedrohungen wird beim modularen Drohnenabwehrsystem ASUL der Bundeswehr mit kinetischen Wirkmitteln erweitert. (Foto: HENSOLDT AG)

HENSOLDT integriert kinetische Wirkmittel in Bundeswehr-Drohnenabwehrsystem ASUL

Stefan Nitschke

Das Beschaffungsamt der Bundeswehr hat HENSOLDT mit der Integration von kinetischen Wirkmitteln in das bereits seit Jahren einsatzbewährte „Abwehrsystem gegen unbemannte Luftfahrzeuge“ (ASUL) beauftragt.

Dies ist ein weiterer richtungsweisender Schritt zur nachhaltigen Kampfwertsteigerung von ASUL, nachdem bereits Anfang 2025 die Aktualisierung der Sensorik unter anderem durch die neueste Generation des von HENSOLDT entwickelten SPEXER-Radars eingeleitet wurde.

Mit dem bei der Bundeswehr eingeführten „Abwehrsystem gegen unbemannte Luftfahrzeuge“ (ASUL) werden erstmals alle erforderlichen Fähigkeiten in einem stationären Gesamtsystem vereint: Klein- und Kleinstdrohnen können so von einem festen Standort aus in Echtzeit sowohl detektiert, klassifiziert und identifiziert, als auch bekämpft werden (wt berichtete).

Hierfür werden komplementäre aktive und passive Radarsysteme, elektro-optische Sensoren und ein vielfältiges Spektrum an Gegenmaßnahmen – sowowhl von HENSOLDT als auch von bewährten Technologiepartnern – zu einem Gesamtsystem integriert. HENSOLDTs Führungssoftware Elysion Mission Core fusioniert dabei mittels leistungsfähiger, KI-gestützter Algorithmik sämtliche Sensor- und Effektor-Daten, inklusive der Daten weiterer vernetzter Luftabwehr- und C-UAS-Systeme und bietet geeignete Handlungsoptionen als belastbare Entscheidungsunterstützung für die Einsatzkräfte.

Major Peter Schwall aus dem Amt für Heeresentwicklung (AHEntwg) I 1 (1) Sgb Wirkung beschreibt ASUL wie folgt: Wird ein UAS – also die Drohne selbst oder eine Bodenkontrollstation – durch ASUL detektiert, werden dessen Parameter zunächst mithilfe von Datenbanken abgeglichen und der Drohnentyp kann, sofern das Signaturprofil bekannt ist, identifiziert werden. Der Bediener wird durch das System über ein vermeintliches Zielobjekt informiert und kann dieses mit dem Kamerasystem verifizieren. Bei einer Bedrohung kann ein Jammer auf das Zielobjekt ausgerichtet werden, um die Drohne abzuwehren oder unschädlich zu machen. Es ist wichtig, dass die Technologie zur Aufklärung und Abwehr von Drohnen ständig weiterentwickelt wird, um mit den sich ändernden Fähigkeiten von Drohnen Schritt zu halten. Eine umfassende Herangehensweise, die verschiedene Technologien und Strategien kombiniert, ist entscheidend, um die Sicherheit vor Drohnenbedrohungen zu gewährleisten.

Die Effektoren von ASUL waren bisher auf so genannte Soft-Kill-Fähigkeiten beschränkt – dieses Spektrum wird nun durch die Fähigkeit zum Einsatz kinetischer Wirkmittel signifikant erweitert. Hierzu integriert HENSOLDT Kongsbergs Waffenstation in einen 10-Fuß-Container und passt diese für die Nutzung der in der Bundeswehr bereits eingeführten Waffen an. Ein neuer Führungscontainer ermöglicht die enge Zusammenarbeit des Kommandanten, des Elysion-Operators sowie der Bediener der Waffenstationen. Künftig kann jedes ASUL-System, je nach Bedrohungslage mit mehreren dieser Effektoren ausgerüstet werden, um auch großflächige Bereiche wirksam gegen UAS abzusichern, selbst wenn sie gegen Soft-Kill-Effektoren geschützt sind. ASUL hat sich seit 2022 in unterschiedlichen Szenarien umfassend bewährt, wobei wertvolle Einsatzerfahrungen gewonnen werden konnten. Aufbauend auf diesen Erfahrungen und aktuellen Technologie-Entwicklungen erweitert HENSOLDT das modulare ASUL-System kontinuierlich, um die von den Soldatinnen und Soldaten jeweils benötigten Fähigkeitszuwächse auch kurzfristig zu realisieren.

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