VBS legt Cyber-Strategie 2021 bis 2024 fest

apf

25/05/2021

Die Chefin des Schweizer Eidgenössischen Departementes für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport VBS, Bundesrätin Viola Amherd, hat die neue Strategie Cyber VBS Ende April verabschiedet. Damit legt das VBS den Grundstein für die strategische Ausrichtung des Departementes im Bereich Cyberdefence für die Jahre 2021-2024 und unterstreicht die sicherheitspolitische Bedeutung des Cyberraums für den Schutz der Schweiz.

Das VBS hat hinsichtlich Schutz und Verteidigung vor Angriffen im Cyberraum sowie der Unterstützung bei der Bewältigung solcher Ereignisse unterschiedliche Aufgaben zu erfüllen. Mit den neuen Möglichkeiten, die uns die zunehmende Digitalisierung im Alltag bietet, wachsen auch die Komplexität und die Herausforderungen im virtuellen Raum. Um diesen Bedrohungen auch künftig angemessen zu begegnen, hat die Chefin VBS, Bundesrätin Viola Amherd, die neue Strategie Cyber VBS verabschiedet. Sie bildet die Basis für die strategische Ausrichtung des Departements im Bereich Cyberdefence für die Jahre 2021-2024: Das VBS trägt zum Schutz der Schweiz bei, verteidigt sie im Cyberraum und erhöht die Handlungsfreiheit des Landes maßgeblich.

Schutz des Landes und Verteidigung im Cyberraum als Fokus

Mit der Strategie Cyber VBS kann das VBS und seine Verwaltungseinheiten den Fokus noch gezielter und ganzheitlicher auf die sich ständig ändernden Anforderungen im Bereich der Cyberdefence ausrichten. Das beinhaltet alle nachrichtendienstlichen und militärischen Maßnahmen zum Schutz der für die Sicherheit des Landes kritischen Systeme, zur Abwehr von Cyberangriffen, zur Gewährleistung der Einsatzbereitschaft der Armee in allen Lagen und zum Aufbau von Kapazitäten und Fähigkeiten zur subsidiären Unterstützung ziviler Behörden. Dazu zählen auch aktive Maßnahmen zur Erkennung von Bedrohungen, zur Identifikation von Angreifern und zur Störung und Unterbindung von Angriffen. Die Partner im Verbund werden beim Schutz kritischer Infrastrukturen vor Cyberangriffen unterstützt und ihre Widerstandsfähigkeit gestärkt. Auch die Kooperation mit nationalen und internationalen Partnern ist ein zentrales Element der Strategie.

Die anderen Aspekte von Cyber, wie beispielsweise die Cybersicherheit und die Cyberkriminalität, werden von der übergeordneten Nationalen Strategie NCS abgedeckt.

30 Handlungsfelder in vier Kernbereichen

Die Strategie sieht 30 konkrete Handlungsfelder vor. Sie lassen sich in vier Kernbereiche unterteilen:

  1. Gouvernanz und Koordination; dazu gehört z.B. die Organisationsentwicklung.
  2. Sicherheit und Resilienz; beispielsweise die Entwicklung von Maßnahmen zur Wiederherstellung von Systemen nach einem Vorfall.
  3. Lage und Aktion; z.B. die Durchführung defensiver Maßnahmen bei einem Angriff.
  4. Trendmonitoring und Unterstützung; dazu gehören z.B. Forschung, Entwicklung und Innovation.

Bei der Umsetzung gilt der Grundsatz, dass sich alle Akteure mit cyberrelevanten Aufgaben im VBS aktiv im Rahmen der Strategie Cyber VBS koordinieren. Sie arbeiten eng zusammen, damit Risiken und Chancen identifiziert und gemeinsam bewältigt werden können. Dazu gehört, dass das Departement seine Entwicklung fachlich, materiell, prozessual, wie auch personell auf die Cybersicherherausforderungen ausrichtet. Insbesondere die Aus- und Weiterbildung aller VBS-Mitarbeitenden sowie des Militärs (Berufs- und Milizpersonal) ist von zentraler Bedeutung.

Zudem arbeiten die Cyberverantwortlichen im VBS zur Umsetzung der Maßnahmen mit ihren Partnern zusammen. Neben dem Nationalen Zentrum für Cybersicherheit (NCSC), sind das die Kantone und Gemeinden, die Forschung und Privatwirtschaft, und auch das internationale Umfeld.

Erkenntnisse aus dem Aktionsplan Cyberdefence eingeflossen

Der Aktionsplan Cyberdefence VBS 2017-2020 hat die Aufgaben, Kompetenzen und Prozesse der Verwaltungseinheiten des VBS im Bereich Cyberdefence definiert und zu maßgeblichen Verbesserungen geführt. Für den Aktionsplan wurde ein Schlussbericht erstellt. Dieser legt dar, welche Maßnahmen umgesetzt sind, welche Ziele erreicht wurden und wo noch Lücken bestehen.

Erfolgreich umgesetzt wurden unter anderem Vorbereitungen für die Weiterentwicklung der Führungsunterstützungsbasis der Armee (FUB) zu einem Kommando Cyber. 2018 startete der neue Cyberlehrgang der Armee und seit Januar 2019 erbringt der neu geschaffene Cyber-Defence Campus von armasuisse zusätzliche Leistungen im Rahmen der NCS. Auch der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) hat seine Kapazitäten im Bereich Cyber in den letzten Jahren ausgebaut.

Nicht alle Ziele des Aktionsplans konnten vollständig erfüllt werden. Dies insbesondere aufgrund der Komplexität und der raschen Veränderungen im Cyberbereich. Diese Ziele und die Erkenntnisse für Verbesserungsmaßnahmen werden im Schlussbericht des Aktionsplans Cyberdefence ausgewiesen und sind in die Strategie Cyber VBS eingeflossen.

Alle Informationen können im 42seitigen Bericht „Strategie Cyber VBS“ nachgelesen werden. Dieser ist im Netz herunterzuladen. Außerdem gibt es noch den öffentlichen Schlussbericht Aktionsplan Cyberdefence VBS im Netz einzusehen.

apf

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