Kassel. Der Rüstungskonzern KNDS und Elbit Systems bündeln ihre Aktivitäten im Bereich Raketenartillerie und gründen ein gemeinsames Unternehmen. Das Joint Venture mit dem Namen EuroPULS GmbH soll als 50:50-Partnerschaft geführt werden und seinen Sitz in Kassel haben.
Fokus auf europäischen Markt
Die neue Gesellschaft wird sich auf die Vermarktung des Raketenartilleriesystems EuroPULS konzentrieren, das gezielt auf die Anforderungen europäischer Streitkräfte zugeschnitten ist. Hintergrund ist die steigende Nachfrage nach weitreichenden Artilleriesystemen in Europa, insbesondere vor dem Hintergrund wachsender sicherheitspolitischer Spannungen.
Im Rahmen der Kooperation bringt Elbit sein einsatzerprobtes Raketenwerfersystem PULS ein, während KNDS seine Feuerleittechnologie sowie den Zugang zu europäischen Kunden beisteuert.
Erste Bestellung aus Deutschland
Bereits vor der offiziellen Marktetablierung gibt es einen ersten Auftrag: Deutschland hat im Rahmen eines Regierungsabkommens mit den Niederlande und Israel fünf Launcher-Systeme bestellt. Diese dienen der Initial Operating Capability (IOC) und sollen bis 2027 geliefert und qualifiziert werden.
Industriepolitische Signalwirkung
Mit der Gründung des Joint Ventures vertiefen beide Unternehmen ihre industrielle Zusammenarbeit innerhalb Europas und im Umfeld der NATO. Ziel ist es, eine wettbewerbsfähige europäische Lösung im Bereich Raketenartillerie zu etablieren und gleichzeitig die Abhängigkeit von außereuropäischen Systemen zu reduzieren.
Die Initiative unterstreicht den Trend zu stärker integrierten Rüstungskooperationen in Europa, bei denen technologische Fähigkeiten und Marktzugänge gebündelt werden, um schneller auf sicherheitspolitische Anforderungen reagieren zu können.