Stefan Nitschke

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Loitering Munitionssysteme

Uvision aus Israel verstärkt Marktpräsenz in Europa

Welche Chancen und Herausforderungen bringt das Engagement?

Uvision, ein im Jahr 2011 gegründetes israelisches Unternehmen, beschäftigt sich mit der Entwicklung, Produktion und Vermarktung von so genannten Loitering Munitionssystemen – kurz – LMS – für Anwendungen in den Domänen Land, See und Luft.  Jetzt gab das Unternehmen bekannt, dass man mit dem Tochterunternehmen Uvision Europe GmbH die Aktivitäten in Europa weiter ausbauen wolle. Die neue Niederlassung wird, so Uvision in einer Pressemitteilung am Donnerstag dieser Woche, als zentraler Anlaufpunkt für die Unternehmensaktivitäten in Europa dienen. Mit der neuen Niederlassung will man auf der wachsenden Geschäftstätigkeit des Unternehmens in der Region und der Dynamik der strategischen Partnerschaft mit dem Konzern Rheinmetall aufbauen, was zu einer Erweiterung der europäischen Präsenz beitragen und den Wert einer stärkeren lokalen Präsenz unterstrichen soll.

Hintergrund: Rheinmetall hatte im Januar 2022 bekannt gegeben, dass man mit dem israelischen Unternehmen Uvision eine strategische Partnerschaft im stark wachsenden Marktsegment der Loitering Munitions vereinbart habe. Beide Industriepartner bieten eine ganze Familie von marktverfügbaren Lösungen für eine vielseitig einsetzbare Loitering Munition an. So sieht das Partnerschaftsabkommen die Vermarktung der Loitering Munitionsfamilie HERO in Europa vor. In einem weiteren Schritt sind auch gemeinsame Entwicklungsaktivitäten vorgesehen. Hierbei ist von Bedeutung, dass sich Rheinmetall und Uvision mit ihren Kompetenzen und Möglichkeiten komplementär ergänzen. Der Krieg in der Ukraine befördert weitere Ansätze für eine intensive Kooperation der beiden Partner. Der Ukrainekrieg gilt als Wendepunkt für den operativen Durchbruch der Loitering Munitions.

Kurzum, LMS verkörpern den Wandel von linearer Kriegführung hin zu vernetzten, asymmetrisch flexiblen Operationsformen. Für die Industrie bedeuten sie Innovationsdruck, für die Truppe ein neues Werkzeug – präzise, mobil, verhältnismäßig günstig. Und für die Politik: ein wachsender Handlungsbedarf in Rüstungskontrolle, Ethik und internationaler Zusammenarbeit. Systeme wie die HERO-Systemfamilie von Uvision zeigen exemplarisch, wie effektiv diese Waffen in asymmetrischen wie konventionellen Szenarien wirken können – gegen Fahrzeuge, Kommandoposten oder Luftabwehrstellungen. Kooperation unter Industriepartnern versteht sich hierbei als Selbstverständlichkeit.

Uvision Europe wird umfassende Leistungen anbieten, darunter Kundensupport, lokale Beschaffung und Fertigung, Engineering, Schulungen und integrierte Logistikunterstützung (ILS). Diese lokale Präsenz ermöglicht schnellere Reaktionszeiten, eine verbesserte Kundennähe und eine höhere Resilienz der Lieferkette dank eines vollständig europäischen Produktportfolios. Uvision teilt mit, dass die Tochtergesellschaft zudem lokale Entwicklungsprojekte unterstützen wird, die auf spezifische europäische Einsatzanforderungen zugeschnitten sind. Dazu gehört auch die Anpassung zukünftiger Entwicklungen an sich wandelnde Bedürfnisse im Rahmen ihrer Roadmap zum Aufbau lokaler Montage- und Produktionskapazitäten. Sämtliche Systeme und Lösungen, die über die europäische Tochtergesellschaft geliefert werden, entsprechen vollständig den europäischen Vorschriften, Normen und Zertifizierungsanforderungen und gewährleisten so eine nahtlose Integration in die lokalen Verteidigungsstrukturen.

Der kürzlich zum Geschäftsführer der Uvision Europe GmbH berufene Roman Didenco stellt klar, dass der Bedarf an reaktionsschnellen und lokal verankerten Verteidigungspartnern – vor dem Hintergrund verstärkter europäischer Beschaffungs- und Modernisierungsbemühungen – immer wichtiger geworden sei. Uvision Europe wurde gegründet, um diesem Bedarf gerecht zu werden, das Unternehmen näher an seine Kunden zu bringen und die Grundlage für einen unabhängigen agierenden europäischen Anbieter zu schaffen. „Dieser Schritt unterstreicht unser langfristiges Engagement für die Unterstützung unserer europäischen Verbündeten. Wir vertiefen unsere Präsenz in Europa als engagierter Industriepartner, liefern lokale Kompetenzen und langfristiges operatives Vertrauen,“ so der CEO von Uvision Europe weiter.

Uvisions Loitering Munitionssysteme stehen bereits bei den Streitkräften verschiedener Länder in Europa in der Nutzung. Der geräuscharme Start der Loitering Munition HERO 30 erfolgt mittels Druckluft.
Foto: Uvision
Uvision gab die Gründung einer neuen europäischen Tochtergesellschaft in München bekannt. Roman Didenco wurde als CEO des neuen Tochterunternehmens – Uvision Europe GmbH – berufen.
Foto: Uvision
 
Wirkung aus dem Nichts: Die langanhaltende Loiterfähigkeit (d.h. die lange Verweildauer über dem Zielgebiet) erlaubt kurze Reaktionszeiten und eine flexible Wahl des optimalen Zeitpunkts zur Bekämpfung. Mit der HERO-Familie stellt Uvision eine marktverfügbare technologische Lösung einer vielseitig einsetzbaren Loitering Munition bereit.
Foto: Mönch Verlag/Stefan Nitschke
 
Autonome unbemannte Bodenfahrzeuge können zur Unterstützung infanteristischer Kräfte bei gefährlichen Einsätzen mit Waffensystemen eingesetzt werden. Die Aufnahme zeigt Rheinmetalls Mission Master SP mit loiterfähiger HERO-Munition des israelischen Unternehmens Uvision.
Foto: Rheinmetall/Uvision
 

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