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Carsten Vennemann

Mobile Drohnenabwehr neu gedacht

Skylance GmbH präsentiert auf der EnforceTac mit dem DroneHammer ein Drohnenabwehrsystem, das auf die Bekämpfung von kleineren Drohnen bis maximal 25 Kilogramm Gewicht im Nächstbereich ausgelegt ist.

Die Skylance GmbH ist ein Start-up-Unternehmen mit Sitz im nordrhein-westfälischen Hürth. Das Unternehmen wurde erst im vergangenen Jahr gegründet und beschäftigt sich mit der Entwicklung und Produktion von preisgünstigen hochwirksamen Lösungen zur Drohnenabwehr.

Vom Einsatz her denken

Das Counter-UAS-System DroneHammer ist ein kosteneffizientes, reaktionsschnelles und präzises Wirkmittel. Lasergeführt und damit unempfindlich gegen elektronische Störmaßnahmen ermöglicht es eine effektive Bekämpfung von Kleindrohnen bei geringstmöglichen Kollateraleffekten im Nah- und Nächstbereich. Das System ist vom tragbaren Einzelwerfer bis zum Mehrfachwerfer schnell und unkompliziert skalierbar, anschlussfähig an bestehende Command-and-Control-Strukturen und mit kalkulierten 2.500 Euro pro Abfangvorgang relativ kostengünstig. DroneHammer zeichnet sich durch ein hohes Maß an Flexibilität und Wartungsfreundlichkeit aus. Als potentielle Nutzer sieht das Start-up-Unternehmen neben der Bundeswehr und anderen Streitkräften auch zivile staatliche Sicherheitsbehörden, die mit dem Schutz kritischer Infrastruktur beauftragt sind.

Skylance DroneHammer integriert auf MOSOLF Sonderfahrzeugplattform. Im Vordergrund die Präzisions-Abfangraketen zur Bekämpfung von Kleindrohnen. Alle Fotos: Carsten Vennemann

Wirkung ohne Sprengstoff

Die weniger als ein Kilogramm schwere Abfangrakete hat eine Reichweite von 2.000 Metern und besitzt einen lasergeführten optischen Suchkopf zur präzisen Zielerfassung. Die Zielerfassung kann optisch über eine Kamera erfolgen. Hier liegt die Erfassungsreichweite bei 500 Metern. Für Entfernungen darüber hinaus werden Zielerfassung und Zielmarkierung mit einem Laser vorgenommen. Der Antrieb erfolgt auf herkömmliche Art mittels eines kleinen Raketentriebwerks. In unmittelbarer Nähe zur abzufangenden Drohne löst eine Druckluftpatrone in der Abfangrakete aus und setzt in hoher Menge kleine Kugeln weitflächig frei und bringt so eine Kleindrohne zum Absturz. Je nach Anforderung kann die Abwehrrakete mit einem Fallschirm ausgerüstet werden, an dem diese nach dem Einsatz zu Boden schwebt.

„Bei uns im Labor konnten wir die Wirksamkeit unseres Systems bereits nachweisen“, bestätigt Philipp Bohne, Geschäftsführer der Skylance GmbH, auf Nachfrage.  Wie sich das System tatsächlich unter realen Bedingungen bewährt sollen scharfe Tests bei der Wehrtechnischen Dienststelle 91 in Meppen in den nächsten Tagen zeigen.

Lösung für unterschiedliche Anwendungsbereiche

Wie DroneHammer für verschiedenste Plattformen angepasst und zur Anwendung kommen kann, zeigt Skylance auf der EnforceTac gemeinsam mit einigen Partnerunternehmen. Mit der Mosolf Group stellt Skylance einen bereits voll funktionstüchtigen 12-Fach-Werfer auf einem Pickup vor.  Die ATC SiPro GmbH stellt das Q-UGV (Quadrupedal-Unmanned Ground Vehicle) Vision 60 von Ghostrobotics mit einem montierten Dual-Launcher aus. Eiselin Landsystems integriert einen DroneHammer Single-Launcher in das Dual Operating Vehicle (DOV) SAND-X. RISEPORT EUROPE präsentiert sein Drohnenabwehrsystem ARGOS APS LANCE, in das die Abfangrakete von Skylance integriert ist.

„Die Ausstellung auf den Partnerständen zeigt, wie variabel das System ist. Vom Single-Launcher, der von einem Bediener schultergestützt eingesetzt wird, bis zum 12-Fach-Launcher fahrzeugmontiert können wir somit eigentlich alles abdecken“, so Philipp Bohne. „Im weiteren Entwicklungsverlauf ist auch die Montage der Abwehrrakete unterhalb einer Drohne vorgesehen“, fügt Bohne ergänzend hinzu.

Die Abfangrakete kann auch aus einem tragbaren Single-Launcher gestartet werden, der wahlweise schultergestützt als Manpad, oder auf einer mobilen Plattform montiert zum Einsatz kommen kann.
Wehrtechnik

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