Das Ausbildungsgerät Schieß- und Gefechtsausbildung – AGSP – bildet als hochrealistischer Simulator das Gefechtsfeld eines Panzergrenadierzuges ab. Foto: Rheinmetall AG

Panzergrenadiertruppe erhält hochmoderne Puma-Ausbildungssimulatoren

Stefan Nitschke

Die deutschen Panzergrenadiere erhalten neun Ausbildungsgeräte Schieß- und Gefechtsausbildung (AGSP) für den Schützenpanzer (SPz) Puma. Das BAAINBw hat die Projekt System & Management GmbH (PSM), ein Joint Venture von KNDS Deutschland und Rheinmetall, am 19. Dezember 2025 einen entsprechenden Lieferauftrag erteilt.

Mit dem SPz Puma transformierte die Panzergrenadiertruppe der Bundeswehr in ein neues Zeitalter. Seit April 2015 – mit der Auslieferung erster Serienfahrzeuge – dient das Kettenfahrzeug als Hauptwaffensystem der deutschen Panzergrenadiertruppe. Das Heer könnte bis Mitte der 2030er Jahre über mehr als 1.000 SPz Puma verfügen.

Der SPz Puma, das Hauptwaffensystem der deutschen Panzergrenadiertruppe, ist ein High-Tech-Produkt: Das bildet sich in der Art und Weise ab, wie realitätsnah ausgebildet, trainiert und geübt wird. Foto: Presse- und Informationszentrum Heer
Der SPz Puma, das Hauptwaffensystem der deutschen Panzergrenadiertruppe, ist ein High-Tech-Produkt: Das bildet sich in der Art und Weise ab, wie realitätsnah ausgebildet, trainiert und geübt wird.
Foto: Presse- und Informationszentrum Heer

Fortschrittliche Ausbildung und tiefgreifendes Trainung gehören seit jeher zu den Grundfesten – und Qualitätsmerkmalen – der deutschen Panzergrenadiere. Mit den ersten Ausbildungsgeräten AGSP ab Mitte 2027 erhält die Truppe ein technisch einzigartiges Ausbildungssystem an die Hand. Die Rheinmetall Electronics GmbH setzt das Beschaffungsvorhaben als Unterauftragnehmer – in engster Zusammenarbeit mit dem zukünftigen Nutzer – maßgeblich um.

Darüber hinaus wird das bereits bestehende Entwicklungsmuster AGSP auf den

neuen Serienstand hochgerüstet. Zudem werden für alle Systeme die dazugehörigen Transportbehälter geliefert.

Rheinmetall hat den AGSP als vollständig neues Trainingssystem für die Ausbildung mechanisierter Infanteriekräfte entwickelt. Erst im September 2025 hatte das Amt für Heeresentwicklung die Bereitschaft zur Übernahme für das neue Ausbildungssystem AGSP erklärt.

Das AGSP bildet als hochrealistischer Simulator das Gefechtsfeld eines Panzergrenadierzuges ab. Durch die präzise Nachbildung wesentlicher Elemente wie Fahrzeuglogik, Ballistik, Haptik und Richtverhalten wird eine besonders

realitätsnahe Ausbildung ermöglicht – „Train as you fight“ steht im Zentrum der

Konzeption.

Ein System besteht jeweils aus einer Leitungs-, Auswerte- und Kontrollstation – kurz LAKS – sowie vier originalgetreu nachgebildeten Fahrzeugkabinen, die in zwölf

Der containerisierte Ausbildungssimulator bietet weitere Vorteile: Er steht rund um die Uhr zur Verfügung, ist witterungsunabhängig nutzbar und verbraucht weder Kraftstoff noch Munition. Foto: Rheinmetall AG
Der containerisierte Ausbildungssimulator bietet weitere Vorteile: Er steht rund um die Uhr zur Verfügung, ist witterungsunabhängig nutzbar und verbraucht weder Kraftstoff noch Munition.
Foto: Rheinmetall AG

20-Fuß-Containern untergebracht sind. Letztere werden durch den deutschen Spezialisten für Containersysteme, DREHTAINER, mit Hauptsitz in Valluhn im Landkreis Ludwigslust-Parchim (Mecklenburg Vorpommern), bereitgestellt.

Die containerisierte Ausbildungsanlage ist vollständig verlegbar. Außerdem ermöglicht die modulare Architektur höchste Flexibilität: Denn sämtliche zentralen Komponenten – Serverracks und Fahrerkabinen – sind auf Schienensystemen montiert und können bei Bedarf schnell ersetzt oder aktualisiert werden. Auch Wartungs- und Reparaturmaßnahmen wurden stark vereinfacht, da zentrale Systeme nun von außen zugänglich sind. Dadurch entfallen aufwändige Rücktransporte in das Werk.

Das AGSP ermöglicht eine umfassende taktische Ausbildung in der Panzergrenadiertruppe, ohne einen SPz bewegen zu müssen und trägt damit maßgeblich dazu bei, mehr Panzergrenadiere in kürzerer Zeit mit geringerem Aufwand am SPz Puma auszubilden. Die AGSP wurden so konzipiert, dass eine Vernetzung mit einem anderen AGSP möglich ist. So können die Panzergrenadiere auch mit zwei AGSP, also zwei Zügen SPz Puma gemeinsam üben oder sogar einen kompatiblen Simulator für Kampfpanzer mit in die Ausbildung einbeziehen. Die Panzergrenadiere sind dann sogar in der Lage, mit Kampfpanzern gemeinsam auf Kompanieebene zu üben.

Quelle: Rheinmetall AG

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