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Paul Schwichtenberg

VINCORION übernimmt Schlüsselrolle im europäischen Verteidigungsprojekt SENTINEL

Die VINCORION Power Systems GmbH spielt eine zentrale Rolle im europäischen Forschungsprojekt SENTINEL. Ziel der Initiative ist es, die Energieversorgung militärischer Einsätze grundlegend zu modernisieren, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen deutlich zu reduzieren und gleichzeitig die operative Leistungsfähigkeit zu steigern.

Gefördert wird das Projekt durch den European Defence Fund (EDF). Insgesamt arbeiten 42 Partner aus 16 Ländern zusammen – darunter Industrieunternehmen, Forschungsinstitute und Verteidigungsministerien. Beim ersten großen Konsortialtreffen Anfang Februar 2026 in Mariborwurden die strategischen Leitlinien für die kommenden Projektphasen festgelegt.

Warum SENTINEL von strategischer Bedeutung ist

Moderne Streitkräfte sind in nahezu allen Bereichen auf eine verlässliche Energieversorgung angewiesen – sei es für Kommunikation, Aufklärungssysteme oder den Betrieb mobiler Feldlager. Gleichzeitig verursachen konventionelle Generatoren einen hohen Treibstoffverbrauch. Das belastet nicht nur die Logistik, sondern erhöht auch die Verwundbarkeit von Einsatzkräften durch komplexe Nachschubketten.

SENTINEL setzt genau hier an: Entwickelt werden intelligente, nachhaltige Energiesysteme, die militärische Einheiten unabhängiger, effizienter und resilienter machen.

Der Beitrag von VINCORION

Mit mehr als 70 Jahren Erfahrung in Energie- und Mechatroniklösungen für sicherheitskritische Anwendungen bringt VINCORION umfassende Expertise in das Projekt ein. Das Unternehmen verantwortet zwei zentrale Systemkomponenten:

• ein 50-Kilowatt Power Generator Module (PGM)

• ein 50-Kilowattstunden Energy Storage Module (ESM)

Diese Systeme sind darauf ausgelegt, mobile Feldlager autark und zuverlässig mit Strom zu versorgen – selbst unter extremen Umweltbedingungen wie Hitze, Kälte oder starker Staubbelastung.

Aktuell befinden sich die Komponenten in realitätsnahen Feldtests. Die erste Testkampagne erfolgt gemeinsam mit der Universität der Bundeswehr München. Anschließend sind internationale Erprobungen in unterschiedlichen Klimazonen geplant, unter anderem in den Niederlanden und auf Aruba.

Technologische Schwerpunkte und Koordinationsverantwortung

VINCORION deckt im Projekt drei wesentliche Energiefähigkeiten ab:

• moderne Stromerzeugung („Advanced Genset“)

• Energiespeicherung („Energy Storage Battery“)

• intelligente Netzsteuerung für dezentrale Energieverbünde („Micro Grid Control“)

Die Micro-Grid-Steuerung ermöglicht die optimale Kombination unterschiedlicher Energiequellen – von Generatoren und Batteriespeichern bis hin zu Photovoltaik, Windkraft oder Brennstoffzellen.

Darüber hinaus übernimmt VINCORION eine übergeordnete Koordinationsfunktion: Das Unternehmen leitet die Integration sämtlicher Demonstrationsprototypen und trägt die Gesamtverantwortung für den Bereich Energiespeicherung über alle Entwicklungsphasen hinweg.

Derzeit werden gemeinsam mit den Projektpartnern die technischen Spezifikationen der einzusetzenden Komponenten finalisiert. Der Abschluss dieser Phase ist für Ende März 2026 vorgesehen – ein zentraler Meilenstein auf dem Weg zu den geplanten Demonstrationen.

Stimmen aus dem Projekt

„SENTINEL bietet uns die Möglichkeit, unsere Technologien unter realen Bedingungen zu validieren und gemeinsam mit führenden europäischen Partnern weiterzuentwickeln“, erklärt Thomas Horner, Projektverantwortlicher bei VINCORION. „Die Verantwortung, die wir innerhalb des Konsortiums tragen, unterstreicht das Vertrauen in unsere Kompetenz.“

SENTINEL knüpft an frühere EDF-Projekte an und steht beispielhaft für die zunehmende Integration und Leistungsfähigkeit europäischer Technologien im Bereich resilienter militärischer Energiesysteme.

„Wir gewinnen wertvolle Einblicke in die zukünftigen taktischen und logistischen Anforderungen europäischer Streitkräfte und stärken gleichzeitig unser europäisches Partner- und Lieferantennetzwerk“, betont Daniel Zeitler, Director Markets & Strategy bei VINCORION.

Auch aus Koordinationssicht ist das Projekt anspruchsvoll. Matej Gajzer, Koordinator von SENTINEL und Geschäftsführer von TECES, hebt die operative Komplexität hervor:

„Demonstrationen in realen militärischen Umgebungen machen das Projekt besonders herausfordernd – aber auch besonders wirkungsvoll. Die kontinuierliche Einbindung der Verteidigungsministerien ist dabei essenziell. Unser Ziel ist es, technologische Entwicklung, Demonstrationen und operative Validierung eng miteinander zu verzahnen und kohärent voranzutreiben.“



Das PGM-Generatormodul und der ESM-Energiespeicher im operativen Feldeinsatz. Animation: VINCORION


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