Europäische Kommission trifft Auswahlentscheidung für MARSEUS

23/07/2022

Nach Konsultationen mit den EU-Mitgliedsstaaten hat sich die Europäische Kommission im Rahmen des Europäischen Verteidigungsfonds für das von MBDA koordinierte Projekt MARSEUS entschieden. Ziel des Projekts ist die Konsolidierung, Vertiefung und Erweiterung der BLOS-Fähigkeit im Bereich Kampf zu Land.

Die EU-Verteidigungsminister hatten am 19. November 2018 im Rahmen der Ständigen Strukturierten Zusammenarbeit (PESCO) das Projekt EU BLOS (Beyond Line of Sight – außerhalb der Sichtweite) genehmigt. Es hat zum Ziel, eine bildgebende Man-on-the-Loop BLOS-Flugkörpersystemfamilie zu entwickeln.

Die Auswahlentscheidung für MARSEUS ist der zweite Schritt zur technologischen und industriellen Umsetzung des Projekts. Im Rahmen des Projekts EDIDP LynkEUs konnten im ersten Schritt bereits konkrete Ergebnisse für die drei Nationen (Frankreich, Belgien und Zypern), die den Letter of Intent unterschrieben hatten, erzielt werden. Die Kommission gab für LynkEUs dem von MBDA koordinierten Konsortium 2020 den Zuschlag. Der Abschluss einer weiteren wichtigen Phase soll vor Jahresende erreicht werden. Das MARSEUS-Projekt wird in enger Zusammenarbeit mit den französischen, belgischen, zypriotischen und jetzt auch schwedischen Streitkräften durchgeführt. Im Rahmen von MARSEUS kommt ein Effect-Management-Ansatz zur Anwendung. So soll erreicht werden, dass auf LynkEUs basierend ein konsolidiertes, operatives europäisches Konzept für die BLOS-Fähigkeit von Lenkflugkörpern für den Nahkampf und den kollaborativen Kampf entwickelt wird. Das Projekt wird auch die Möglichkeit bieten, neue technologische Lösungen zu ermitteln und zu testen, die zur künftigen Entwicklung dieser Waffensystemarchitekturen beitragen könnten. MARSEUS zeigt darüber hinaus Anwendungsbeispiele für verschiedene Plattformen auf. 22 Partner und Unterauftragnehmer aus 11 EU-Ländern sind an dem Projekt beteiligt.

Konzepte, Integration und Tests von MARSEUS werden sich auf die vollständig unter europäischer Kontrolle stehenden Raketensysteme der AKERON MP- und LP-Familie stützen, um Einsatzautonomie, Versorgungssicherheit und Skalierbarkeit zu gewährleisten. Aufgrund der zunehmenden geostrategischen Instabilität wird es für die europäischen Staaten immer wichtiger, diese Bodenkampffähigkeiten unabhängig zu entwickeln und zu kontrollieren.

MBDA und ihre dreizehn Partner aus Belgien (Ecole Royale Militaire, John Cockerill Defense, FN Herstal und Xenics), Zypern (Additess und SignalGenerix), Frankreich (Novadem, ATOS, ARQUUS und DELAIR) und Schweden (SAAB, BAE Hägglunds und Exensor) sowie ihre acht Unterauftragnehmer aus acht Ländern treten nun in die Phase der Verhandlungen über die Finanzhilfevereinbarung mit der Europäischen Kommission ein.

Pressemitteilung

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