Der deutsche Rüstungskonzern Diehl Defence nutzt die Fachmesse Enforce Tac 2026 in Nürnberg für die Vorstellung eines umfassend modernisierten Counter-UAV-Systems. Das bislang unter dem Namen „Kinetic Defence Vehicle“ (KDV) bekannte System wird künftig als GARMR geführt – benannt nach dem Wachhund der nordischen Mythologie. Mit dem Relaunch geht eine deutliche technologische und konzeptionelle Weiterentwicklung einher.
Vom KDV zu GARMR: Mehr als nur ein neuer Name
Die Umbenennung markiert nicht lediglich ein Rebranding, sondern eine substanzielle Kampfwertsteigerung. GARMR wurde als hybrides, modular aufgebautes System konzipiert, das sowohl im zivilen Objektschutz als auch in hochintensiven militärischen Szenarien eingesetzt werden kann. Damit reagiert das Unternehmen auf Zwei Reichweiten, flexible Wirkungdie wachsende Bedrohung durch unbemannte Luftfahrzeuge unterschiedlichster Größe und Leistungsfähigkeit.
Zwei Reichweiten, flexible Wirkung
• GARMR SRS (Short-Range-System) arbeitet mit der Abfangdrohne „CICADA“, die wahlweise mit einem Fangnetz oder einem Gefechtskopf ausgestattet werden kann. Dadurch eignet sich das System besonders für den Schutz sensibler Infrastrukturen oder Veranstaltungen, bei denen kontrollierte, präzise Wirkung gefragt ist.
• GARMR MRS (Medium-Range-System) erweitert die Abwehrreichweite durch neuartige Abfangdrohnen, die Bedrohungen auch über größere Distanzen neutralisieren können.
Darüber hinaus ist das System offen für die Integration weiterer Effektoren. Diese Modularität erlaubt eine missionsabhängige Konfiguration – von nicht-destruktiven Maßnahmen im urbanen Umfeld bis hin zur leistungsoptimierten Bekämpfung komplexer Bedrohungsszenarien im militärischen Einsatz.
KI-gestützte Entscheidungsarchitektur
Ein zentrales Element des Relaunchs ist die neue KI-gestützte Detektions-, Identifikations- und Priorisierungsarchitektur. Moderne Algorithmen analysieren Sensordaten automatisiert, klassifizieren erkannte Luftziele und unterstützen die Entscheidungsfindung des Bedienpersonals. Ziel ist es, Reaktionszeiten zu verkürzen, Fehlalarme zu minimieren und auch bei hoher Bedrohungsdichte eine strukturierte Lagebewertung zu gewährleisten.
Die Sensorik ermöglicht die frühzeitige Erfassung verschiedenster Luftziele – von kleinen kommerziellen Multikoptern bis hin zu militärischen Systemen wie der iranischen Kamikazedrohne Shahed-136 oder der russischen ZALA Lancet. Aufbauend auf der Detektion sorgen leistungsfähige Identifikationsmodule für eine verlässliche Klassifizierung und Bewertung der Bedrohungslage.
Antwort auf eine veränderte Bedrohungslage
Die zunehmende Verbreitung kostengünstiger Drohnensysteme – sowohl im zivilen als auch im militärischen Bereich – stellt Sicherheitsbehörden und Streitkräfte vor neue Herausforderungen. Drohnen können zur Aufklärung, Sabotage oder als direkte Wirkmittel eingesetzt werden. Besonders asymmetrische Konflikte zeigen, wie effektiv auch vergleichsweise einfache Systeme sein können.
Mit GARMR positioniert sich Diehl Defence als Anbieter einer flexiblen, skalierbaren Lösung, die sowohl im stationären Objektschutz als auch im mobilen Gefecht eingesetzt werden kann. Die Kombination aus Abfangdrohnen, modularer Effektoren-Integration und KI-gestützter Lageauswertung soll neue Maßstäbe in der mobilen Drohnenabwehr setzen.
Der Relaunch auf der Enforce Tac 2026 unterstreicht damit den Anspruch des Unternehmens, zukunftsorientierte und anwenderzentrierte Lösungen im Bereich der bodengebundenen Luftverteidigung bereitzustellen – angepasst an ein Bedrohungsspektrum, das sich dynamischer entwickelt als je zuvor.