Großauftrag im Milliardenbereich: Rheinmetall stellt der Bundeswehr die Loitering Munition FV-014 bereit
Rheinmetall hat von der Bundeswehr einen Großauftrag über Loitering Munitions des Typs FV-014 erhalten. Ein entsprechender Vertrag wurde heute in Koblenz unterzeichnet. Die Auslieferung soll in der ersten Jahreshälfte 2027 beginnen, die Qualifizierung ab dem zweiten Quartal 2026.
Allgemein gilt, dass die Bedeutung von Drohnen auf dem Gefechtsfeld seit dem Beginn des Ukrainekriegs deutlich zugenommen hat. Gleiches gilt für so genannte Loitering Munitionssysteme (kurz LMS), also loiterfähige Drohnen, die ausgestattet mit Wirkladungen längere Zeit über dem Zielgebiet verweilen („to loiter“), Ziele autonom erfassen und diese punktgenau vernichten. Der operative Mehrwert liegt in der Kombination aus Echtzeitaufklärung, Zielbekämpfung und Mobilität – oft zu geringeren Kosten und mit höherer Flexibilität als herkömmliche Lenkwaffen oder bemannte Plattformen.
Der Russland-Ukraine-Krieg gilt als erstes Großkonflikt-Szenario, in dem beide Kriegsparteien systematisch und in großem Maßstab Loitering Munitions einsetzen – mit jeweils unterschiedlicher Herkunft. Diese Entwicklung beschleunigte sich im weiteren Verlauf des Konflikts, obgleich der Einsatz von bewaffnungsfähigen Drohnen schon länger erfolgreich praktiziert wurde (etwa im Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan um die Region Bergkarabach im Kaukasus). Die Bedeutung von Loitering Munitions wird sich in den kommenden Jahren noch weiter verstärken: Denn sie verbinden die Funktionen klassischer Aufklärungsdrohnen mit der Schlagkraft hochpräziser Wirkmittel, denen auch stark geschützte (gepanzerte) Ziele ausgesetzt sind.
Das jetzt von der Bundeswehr beauftrage Loitering-Munitionssystem FV-014 hat eine Reichweite von bis zu 100 km und verfügt über einen Gefechtskopf inklusive Zündvorrichtung von rund 4 kg. Zudem kann das System bis zu 70 Minuten in der Luft bleiben und Ziele beobachten, bis es zur Wirkung kommt. Die loiterfähige Drohne, die Intelligenz und Schlagkraft kombiniert, wird vollständig in der EU produziert.
Armin Papperger, Vorstandsvorsitzender der Rheinmetall AG: „Innerhalb kürzester Zeit wurde bei Rheinmetall eine autonome Drohne entwickelt, die Aufklärung und Wirkung vereint. Mit der FV-014 wird die Bundeswehr ein weiteres Waffensystem erhalten mit dem sie eigene Kräfte schützen und kritische Ziele schnell, kontrolliert und wirksam bekämpfen kann. Wir sind dankbar für das in uns gesetzte Vertrauen und werden das System schon sehr bald im industriellen Maßstab in hohen Stückzahlen produzieren.“

Foto: Rheinmetall AG