Glück ab zum Wassersprung

08/08/2022

Das sogenannte Notverfahren Wasserlandung stellt im Fähigkeitsspektrum der Fallschirmjägertruppe der Bundeswehr ein entscheidendes Element dar, das regelmäßig geübt werden muss. Aus diesem Grund war es umso wichtiger, dass am 19. und 20.07.2022 zum ersten Mal seit drei Jahren der Sprungdienst Edersee durchgeführt werden konnte, der aufgrund der Corona-Krise zweimal ausgefallen war.

Rettungsboote der Pioniertruppe und der DLRG holten die „Springer“ kurz nach ihrer Landung aus dem Wasser.

Beim Sprungdienst Edersee wird das komplexe Notverfahren Wasserlandung trainiert, indem die Fallschirmjäger mit T10-Automatikschirmen aus einem Transportflugzeug vom Typ M28 Skytruck springen und im nordhessischen Ederstausee landen, wo sie schließlich von Booten der Pioniere und des örtlichen DLRG aus dem Wasser geholt werden. Federführend für diese Übung, die normalerweise jährlich stattfindet, ist der Stab der Division Schnelle Kräfte (DSK), die unter anderem die 11. Luchtmobiele Brigade der niederländischen Streitkräfte sowie das Kommando Spezialkräfte umfasst.

Vom Himmel ins Wasser. Als Luftfahrzeug wurde ein M28 Skytruck genutzt.

Die Sprunglizenz im Fokus
Für die beteiligten Soldatinnen und Soldaten stellt der Sprungdienst Edersee eine Herausforderung dar, die in der Regel nicht nur gespannt erwartet wird, sondern darüber hinaus zum Erwerb und zur Erhaltung der Sprunglizenz unerlässlich ist. So fanden sich dieses Mal auf dem Heeresflugplatz Fritzlar über 160 Fallschirmspringerinnen und -springer ein, um bei strahlendem Sonnenschein und bis zu 35 Grad Außentemperatur in das kühle Wasser des Edersees abzuspringen. 17 Mal startete die M28 an diesen Tagen, öffnete nach rund zehn Minuten Hinflug die Heckluke, setzte während einer Schleife über dem See zweimal jeweils fünf Springer ab und flog dieselbe Strecke nach Fritzlar zurück. Währenddessen säumten zahlreiche Schaulustige das Seeufer an der Schulungsstätte der DLRG in Waldeck, wo die DSK die Übungsleitung eingerichtet hatte.

Am bislang heißesten Tag des Jahres sprangen die Fallschirmspringer aus 400 m Höhe in den Edersee.

Fähigkeiten trotz Corona gut erhalten
Oberst Andreas Steinhaus, seit kurzem stellvertretender Kommandeur der DSK und selbst ausgebildeter Fallschirmjäger, sprang in guter infanteristischer Manier als erster aus dem Flugzeug. Er zeigte sich im Anschluss an die Übung zufrieden mit der Leistung der Teilnehmenden: „Der Sprungdienst Edersee ist für die Frauen und Männer der springenden Einheiten immer ein Highlight, das bei diesen Wetterverhältnissen natürlich auch viel Freude bereitet.“ Man dürfe dabei aber den ernsten Hintergrund solcher Übungen nicht vergessen: „Im Ernstfall müssen alle ihr Handwerk beherrschen, egal, ob er oder sie im Wasser oder auf festem Untergrund landet. Um das zu gewährleisten, ist die Durchführung dieser und ähnlicher Übungen unerlässlich.“ Dass die Sprungfähigkeiten der Division unter den Einschränkungen der Corona-Hochphasen nicht gelitten haben, zeigte sich dadurch, dass es an den beiden Tagen mit über 160 Absprüngen keinerlei Unfälle oder Verletzungen gab.

Der stellvertretende Divisionskommandeur, Oberst Andreas Steinhaus, sprang selbstverständlich am Anfang des Sprungdienstes.

Autor: Daniel Kromberg, Fotos: Guido Ritter

Pressemitteilung

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