Schutzkonzept für Kampfpanzer

08/05/2023

Anlässlich der Verteidigungsmesse DEFEA in Athen, Griechenland werden zwischen dem 9. und 11. Mai einige der modernsten Gefechtsfahrzeuge ausgestellt.

Gerade Kampf- und Schützenpanzer sind aufgrund ihrer Nutzung im Rahmen des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine wieder in den Fokus der Streitkräfte gerückt. Da kommt einem gleich das Sprichwort “Totgesagte leben länger” in den Sinn. Viele Nationen prüfen aktuell Neubeschaffungen oder – falls überhaupt noch vorhanden – eine Aufrüstung ihrer bestehenden Flotte. Auch die griechische Regierung hat Upgrade-Programme angekündigt. Erst vor wenigen Monaten wurde die Modernisierung des Leopard 2A4 auf Vorschlag des Obersten Militärrats und des Generalstabs der Armee in die Ziele der griechischen Regierung aufgenommen.

Hier das Schutzkonzept an einem griechischen LEOPARD 2A4.

Besuchern der DEFEA soll der aktuelle Stand der Technik gezeigt werden. Krauss-Maffei Wegmann (KMW) zeigt den Kampfpanzer Leopard 2A4 in Kooperation mit der griechischen Firma EODH. Dabei ist EODH der offizielle Partner von KMW, wenn es um die LEOPARD 2 Modernisierung geht. Nicht nur für Griechenland, sondern auch für andere Nutzerstaaten. EODH hat eigens ein Schutzkonzept für den Kampfpanzer entwickelt. Es ist für den LEOPARD 2A4 vorgesehen, kann modular aber auch bei den Varianten A5/A6/A7 oder A8 ergänzend eingesetzt werden. Dabei ist EODH nicht nur der Partner für die Upgrades, sondern auch für künftige Neubauten des Kampfpanzers, wobei standardmäßig mehrere griechische Unternehmen involviert sind – neben EODH wird zum Beispiel auch die Wanne und der Turm vor Ort gefertigt – eine Symbiose die durch das der Bundesrepublik vorliegende Abkommen zur Verteidigungszusammenarbeit mit Griechenland noch ausgeweitet werden kann und den Anforderungen der EU und NATO zum Ausbau der europäischen Fertigungskapazitäten entspricht.

EODH hat auch ein Schutzkonzept in Zusammenarbeit mit KMW für den DINGO 2 den D-Force ASPIS entwickelt, welcher 2021 präsentiert wurde.

Schwere Version von ASPIS

Anlässlich der Messe präsentiert EODH zum ersten Mal die schwere Version des fortschrittlichen Schutzsystems “ASPIS Modular NG-MBT” (Advanced Integrated Platform Protection System New Generation) an einem realen Fahrzeug. Bisher wurden nur Mockups gezeigt, zum Beispiel anlässlich der vergangenen Eurosatory in Paris. Das System ist diesmal an einem Leopard 2A4 Kampfpanzer der griechischen Armee installiert. Die integrierte Hybridlösung kombiniert Elemente des passiven, reaktiven und aktiven Schutzes im vorderen Bugbereich. Dadurch soll das System auch gegen modernste Bedrohungen, wie gelenkte Panzerabwehrraketen (Guided Anti-Tank Missiles, ATGM) mit Tandem-Gefechtsköpfen und der neuen Generation von APFSDS-Geschossen mit hoher Durchschlagskraft, wirksam sein.

Es ist so konzipiert, dass es auf mehrere Angriffe reagieren und nach dem Einschlag in den ballistischen Panzerschutz, noch im Feld ausgetauscht werden kann. Die von EODH gezeigte Lösung kann in der Kampfwertsteigerung bestehender Kampfpanzer berücksichtigt oder in neue Entwicklungsstufen (Leo2A8) integriert werden, um den neuen und vielfältigen Bedrohungen durch Kampfdrohnen, Loitering Ammunition und neue parabolische Fire & Forget Guided Panzerabwehrsysteme, die das Dach des Panzerturms angreifen, zu schützen. Das ASPIS Modular NG-MBT verwendet autonome Millimeterwellenlängen-Radarsensoren, die auf dem Dach des Turms verteilt sind. So erkennen sie – wenn sie aktiviert werden – ankommende Bedrohungen. Das System löst dann zum richtigen Zeitpunkt die gezielten (Abwehr-)Sprengladungen aus.

Darüber hinaus zeigt EODH die neue Panzerabwehrversion des hochmobilen gepanzerten Fahrzeugs HOPLITE 4×4 aus eigner Entwicklung und Fertigung. Das Fahrzeug bietet ein Gleichgewicht zwischen Agilität und Schutz. Unter Verwendung bewährter Subsysteme von renommierten Spezialfirmen hat das Konstruktionsteam von EODH ein Fahrzeug mit hohem Einsatzwert entworfen, das sich durch eine Vielzahl von Innovationen auszeichnet und gleichzeitig ein sehr hohes Schutzniveau bietet. Das Hauptziel des neuen Entwurfs ist die Schaffung einer Basisplattform mit einem maximalen Gesamtgewicht von 12 Tonnen und einer Nutzlast von 2 Tonnen. Das Fahrzeug lässt sich leicht an verschiedene Rollen anpassen und zeichnet sich durch strategische und taktische Mobilität, hohe Zuverlässigkeit und Einsatzbereitschaft bei geringstmöglicher logistischer Unterstützung, hohe Überlebensfähigkeit und die Fähigkeit zur Durchführung von Operationen unter allen Umständen aus.

Neue RWS NIMROD 300

Auch die neu entwickelte ferngesteuerte Waffenstation (RWS) NIMROD 300 wird auf der Messe vorgestellt. Sie ist in Zusammenarbeit mit Valhalla aus Slowenien, Rheinmetall und EODH als kostengünstige und leistungsstarke Lösung für die Aufrüstung gepanzerter Infanteriefahrzeuge entwickelt worden. Die RWS verfügt über eine 30x173mm Maschinenkanone (Oerlikon KCE oder ATK MK44), ein 7,62mm Tandem-Maschinengewehr und die Möglichkeit, einen Einzel- oder Zwillings-Panzerabwehrraketenwerfer (Fire and Forget) oder eine Loitering Ammunition-Einheit zur Bekämpfung aller Arten von Zielen auf große Entfernungen zu montieren. Das hochmoderne Tag-/Nachtzielgerät von Rheinmetall sowie die Fernbedienungseinheit mit der entsprechenden Software und den vielfältigen Schnittstellenoptionen zu den verschiedenen Subsystemen gewährleisten eine hohe Flexibilität und eine einfache Anpassung des Designs an die jeweiligen Einsatzanforderungen. Dieses RWS ist Teil des angebotenen Aufrüstungspaket des 4K7FAAPC auf den LEONIDAS 300-Standard, das auch den Austausch des Netzteils, der elektrischen und elektronischen Schaltungen sowie die Anhebung des Schutzniveaus auf Level 5 nach STANAG 4569 beinhaltet.

NIMROD RWS, hier mit der Oerlikon KCE und SHORAD Raketenwerfer. Auch eine Bewaffnung mit MK44 sowie koaxialem MG 7,62 mm ist möglich.

Andreas Mitsis, Präsident der EODH, verwies darauf, dass die gemeinsame industrielle Zusammenarbeit – in diesem Falle mit KMW und Rheinmetall – der Ausgangspunkt und die Voraussetzung für eine zeitnahe Implementation der von der EODH entwickelten Schutzsysteme auf die verschiedenen Plattformen ist.

Neben der Kooperation für DINGO 2, dem Kampfpanzer Leopard 2A7 ist EODH auch beim Boxer 8×8 der Partner von KMW.

Pressemitteilung

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