Der australische Technologiekonzern DroneShield will seine Präsenz in Europa deutlich ausbauen. Das Unternehmen kündigte am Mittwoch an, erstmals eine Produktionslinie für Drohnenabwehrsysteme innerhalb der Europäischen Union aufzubauen. Hintergrund sind steigende Verteidigungsausgaben und der wachsende Bedarf an Technologien zur Abwehr unbemannter Fluggeräte.
Nach Angaben des Unternehmens entsteht die Fertigung in Zusammenarbeit mit einem etablierten europäischen Auftragshersteller. Die Produktion der ersten Systeme habe bereits begonnen, die Auslieferung sei für Mitte 2026 geplant. Der Partner übernimmt dabei die komplette Montage sowie die Herstellung wichtiger Komponenten – darunter Leiterplatten, Präzisionsbauteile und Kabelsysteme. Auch Tests und Endmontage sollen vor Ort erfolgen.
Europa rüstet gegen Drohnen auf
Mit dem Schritt reagiert DroneShield auf einen strategischen Wandel in der europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Unter dem Programm ReArm Europe Plan / Readiness 2030 investieren zahlreiche Staaten verstärkt in militärische Fähigkeiten und setzen dabei zunehmend auf regionale Produktion und widerstandsfähige Lieferketten.
Der neue Standort ist die erste Produktionsstätte des Unternehmens außerhalb Australiens. Gleichzeitig baut DroneShield eine überwiegend europäische Lieferkette auf, um Anforderungen vieler EU-Ausschreibungen zu erfüllen, die lokale Wertschöpfung und industrielle Souveränität stärker gewichten.
Australisches Unternehmen setzt auf lokale Produktion in der EU
„Europa erlebt derzeit einen tiefgreifenden Wandel bei der Vorbereitung auf Bedrohungen durch Drohnen“
erklärte Firmenchef Oleg Vornik. Mit der neuen Fertigung wolle man zur europäischen technologischen Eigenständigkeit beitragen und Kunden schneller beliefern können.
Der Ausbau ist Teil einer umfassenderen Wachstumsstrategie. DroneShield plant, seine weltweite Produktionskapazität von derzeit rund 500 Millionen US-Dollar pro Jahr bis Ende 2026 auf etwa 2,4 Milliarden US-Dollar zu steigern. Hintergrund ist eine stark wachsende Nachfrage nach Systemen zur Drohnenabwehr – nicht nur bei Militärs, sondern auch bei Polizei und Betreibern kritischer Infrastruktur.
Der Markt für sogenannte Counter-UAS-Technologien gilt als einer der am schnellsten wachsenden Bereiche der Sicherheitsindustrie. Die zunehmende Verbreitung günstiger Drohnen hat in den vergangenen Jahren weltweit neue Bedrohungsszenarien geschaffen – von militärischen Einsätzen bis hin zu Angriffen auf Flughäfen oder Energieanlagen.