Der deutsch-französische Rüstungskonzern KNDS treibt die Skalierung seiner Produktionskapazitäten voran und hat am Standort München/Allach eine neue Fertigungsstraße für das geschützte Radfahrzeug BOXER eröffnet. Ziel ist es, die Produktionszahlen in den kommenden Jahren massiv zu steigern und damit auf die gestiegenen Anforderungen der europäischen Verteidigungsfähigkeit zu reagieren.
Im Beisein des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder stellte KNDS-Deutschland-CEO Florian Hohenwarter das neue Serienkonzept vor. Künftig sollen allein in München monatlich bis zu zehn BOXER-Fahrmodule in Linienfertigung produziert werden. Weitere Produktionsstandorte und Partnerschaften sollen dazu beitragen, die Gesamtproduktion bis 2030 auf das Sechsfache des bisherigen Niveaus zu erhöhen.

Foto KNDS
Ein zentraler Bestandteil dieser Strategie ist die neue Partnerschaft mit der DRÄXLMAIER Group. Das Unternehmen aus Vilsbiburg wird künftig an seinem Standort in Landau an der Isar Missionsmodule für den BOXER fertigen. Die Zusammenarbeit wurde im Rahmen eines Memorandum of Understanding (MoU) offiziell besiegelt und gilt als Beispiel für die Einbindung ziviler Industriekompetenz in die Verteidigungsproduktion.
KNDS setzt damit bewusst auf Synergien mit der Automobilindustrie, um die dringend benötigte Skalierung zu erreichen. DRÄXLMAIER bringt jahrzehntelange Erfahrung in der Serienproduktion komplexer Systeme ein, was insbesondere für die Industrialisierung der Fertigungsprozesse von Bedeutung ist.
Der BOXER selbst zählt zu den weltweit am stärksten geschützten 8×8-Radfahrzeugen. Sein modulares Konzept erlaubt eine Vielzahl von Einsatzvarianten – von Sanitätsfahrzeugen bis hin zu hochmodernen Radschützenpanzern oder Artilleriesystemen. Neben hoher Mobilität bietet das System umfassenden Schutz vor Minen, Sprengfallen und Beschuss.

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Mit mehr als 2.000 bestellten Einheiten ist der BOXER bereits bei mehreren Streitkräften im Einsatz oder unter Vertrag, darunter in Deutschland, den Niederlanden, Litauen, dem Vereinigten Königreich, Australien und der Ukraine. Die Produktion wird durch das Gemeinschaftsunternehmen ARTEC GmbH koordiniert, an dem KNDS sowie Unternehmen der Rheinmetall-Gruppe beteiligt sind.
Die Erweiterung der Produktionskapazitäten ist Teil einer umfassenden industriepolitischen Entwicklung im Zuge der sogenannten „Zeitenwende“. Bayern spielt dabei eine Schlüsselrolle: Mit rund einem Drittel der deutschen Unternehmen im Bereich Verteidigungstechnologie gilt der Freistaat als zentraler Standort der Branche.
Durch die Investitionen von KNDS und die Partnerschaft mit der DRÄXLMAIER Group wird nicht nur die Verteidigungsfähigkeit gestärkt, sondern auch die industrielle Basis in Deutschland nachhaltig ausgebaut.