Oslo/Berlin – Zwei junge europäische Rüstungsunternehmen rücken enger zusammen. Der norwegische Softwareanbieter Six Robotics und das Defence-Tech-Unternehmen STARK aus Deutschland wollen ihre Technologien künftig gemeinsam einsetzen, um militärische Drohneneinsätze schneller und effizienter zu machen.
Die Unternehmen unterzeichneten am Donnerstag eine Absichtserklärung, mit der sie ihre Systeme für sogenannte Recce-Strike-Missionen integrieren wollen. Dabei liefern Aufklärungsdrohnen (ISR) in Echtzeit Zieldaten, die unmittelbar von Angriffsdrohnen – sogenannter Loitering Munition – genutzt werden können.
Das Ziel: den militärischen Entscheidungs- und Wirkungsprozess drastisch zu verkürzen. Aufklärung, Zielidentifikation, Angriff und anschließende Schadensbewertung sollen so innerhalb weniger Minuten möglich sein – selbst unter Bedingungen elektronischer Störmaßnahmen.
Nach Angaben der Unternehmen wurde eine erste Integrationsphase der Systeme bereits getestet.
Kooperation im Zeichen europäischer Verteidigungsinitiativen
Für Six Robotics bedeutet die Zusammenarbeit eine Erweiterung seines internationalen Partnernetzwerks. Für STARK ist es zugleich die erste militärtechnologische Kooperation in Skandinavien, nachdem das Unternehmen kürzlich ein Büro in Schweden eröffnet hat.
Die Partnerschaft fügt sich zudem in die verstärkte sicherheitspolitische Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Norwegen ein. Beide Länder hatten während der Münchner Sicherheitskonferenz ein bilaterales Abkommen – das sogenannte Hansa-Abkommen – zur engeren Kooperation im Rüstungsbereich unterzeichnet.
Software als Schlüssel auf dem Gefechtsfeld
Im Zentrum der Zusammenarbeit steht die Idee einer offenen Systemarchitektur. Die sogenannte Modular Open Source Architecture (MOSA) soll es Streitkräften ermöglichen, Technologien verschiedener Hersteller miteinander zu verbinden – unabhängig von nationalen Grenzen oder einzelnen Systemanbietern.
„Der entscheidende Vorteil auf dem modernen Gefechtsfeld liegt in der softwarebasierten Interoperabilität“, sagt Six-Robotics-Gründer Christian Fredrik Eggesbø. Autonome Systeme verschiedener Anbieter könnten so gemeinsam in einer einzigen Missionsumgebung operieren.
Auch bei STARK sieht man die Kooperation als Teil eines größeren Trends. „Wir bündeln die Kräfte europäischer Scale-ups, um den Anforderungen moderner Konflikte gerecht zu werden“, sagt Johannes Arlt, Managing Director Nordics des Unternehmens. Ziel sei eine interoperable europäische Lösung, die zur Abschreckung in Nordeuropa beitragen könne.
Mit der Integration ihrer Systeme wollen beide Firmen künftig Streitkräften ermöglichen, koordinierte Drohnenmissionen aus Aufklärung und Angriff aus einer gemeinsamen Softwareumgebung heraus zu planen und durchzuführen.