Stefan Nitschke

Infos zum Autor

Stefan Nitschke

Chefredakteur

Die Verteidigungsindustrie in der belgischen Region Wallonien

wt war zu Gast bei ausgewählten Unternehmen der wallonischen Verteidigungsindustrie. Am 22. und 23. Juni lud die Wallonische Agentur für Export und ausländische Investitionen – Agence wallonne à l’Exportation et aux Investissements étrangers (AWEX) – zu einer zweitägigen Pressereise ein, die vornehmlich deutschen Journalistinnen und Journalisten den direkten Zugang zu in der französischsprachigen Region Wallonien beheimaten Unternehmen der Rüstungs- und Verteidigungswirtschaft ermöglichte.

Im Museum Grand Curtius im historischen Herzen Lüttichs informieren SMEs der wallonischen wehrtechnischen Industriebasis über ihre Aktivitäten.
Alle Fotos: Mönch Verlag / Stefan Nitschke

Die Wallonie gilt seit über 200 Jahren als einer der führenden europäischen Zentren für die Entwicklung und Fertigung von Produkten und Gütern für Verteidigung und Sicherheit. In diesem Kontext hat sich das Portfolio an hoch speziellen Dienstleistungen entwickelt, die stark nachgefragt werden und den daran beteiligten Unternehmen eine international führende Positionierung ermöglichen. Das verdeutlicht eine Zahl: Rund 67 Prozent der belgischen Rüstungs- und Verteidigungsunternehmen sind in Wallonien beheimatet – die Mehrheit davon im unmittelbaren Einzugsbereich der beiden Metropolen Liège und Charleroi mit mehr als 5.000 unmittelbar und 10.000 indirekt Beschäftigten in den Bereichen Mechatronik, Sensorik, KI, Cybersicherheit, Space und neue Materialien.

Ziel der Pressereise war es, die weiter steigende Bedeutung und das enorme Potenzial von Unternehmen aufzuzeigen, die sich dank ihrer Investitionsfreudigkeit und des Engagements mit Partnern stark für die Souveränität Europas engagieren. Eine von der wallonischen Regierung und von Innovationsnetzwerken (Skywin, Mecatech) im engen Zusammenwirken mit weiteren Beteiligten entworfene “Walloon Defence Roadmap” (https://www.skywin.be/sites/default/files/2024-07/Wallonia-Defense-roadmap.pdf) will das Ökosystem für Verteidigung in Wallonien weiter stärken und eine intensive Kooperation mit Industriepartnern – etwa in Deutschland – befördern. Hierzu gehört, dass die daran beteiligten Unternehmen – vorrangig SMEs – eine mittel- und sogar langfristige Perspektive erhalten, um ihre Produkte und Dienstleistungen – viele davon “Dual-use”-Güter – für europäische Verteidigungsanstrengungen bereitzustellen. Die geografische Nähe zu wichtigen EU-Agenturen (Europäische Verteidigungsagentur EDA) und Nato-Hauptquartieren (z. B. SHAPE) gestaltet die Einbeziehung vieler der 200 Unternehmen der wallonischen Verteidigungswirtschaft in aktuelle Initiativen der europäischen Rüstungsbeschaffung besonders interessant.

Thales Belgium entwickelt und produziert u. a. an seinem Standort Herstal 70-mm-Raketensysteme für Dreh- und Starrflügler sowie Fahrzeugplattformen.
 
 
 

wt wird sich im weiteren Verlauf dieses Jahres redaktionell diesem Ansinnen mit Berichten und Analysen widmen, führende Repräsentanten aus Unternehmen und Institutionen befragen und die Diskussion über die Bedeutung der Rüstungszusammenarbeit zwischen deutschen und wallonischen Unternehmen vertiefen. Zudem wird die Schwesterzeitschrift Military Technology mit Beginn des kommenden Jahres einen ganzjährigen “Belgian Defence Industrie Focus” einrichten.

FN Herstal ist einer der führenden Unternehmen in Europa für Handwaffen und Munition für Polizei und Militär.
Wehrtechnik

Top News

Anzeige

suche