
Interoperabilität entscheidet, ob multinationale Kräfte vom ersten Einsatztag an gemeinsam handeln können. Unterschiedliche Funkgeräte, IP-Netze und Führungssysteme dürfen nicht zu technischen Inseln werden. Auf der NATO-Übung CWIX 2026 erprobte RUAG mit der deutschen Bundeswehr und internationalen Partnern, wie miFAP heterogene Systeme zu einem belastbaren Sprach- und Datenverbund verbindet.
Die Herausforderung: Day Zero Interoperability
Multinationale Einsätze bringen unterschiedliche nationale Kommunikations- und Führungssysteme zusammen. Ziel ist «Day Zero Interoperability»: Systeme müssen vom ersten Einsatztag an zusammenarbeiten, ohne die technologische Souveränität der beteiligten Nationen aufzugeben. Dafür braucht es gemeinsame Standards und technische Brücken – sicher, robust und feldtauglich.
RUAG begegnet dieser Herausforderung mit herstellerunabhängigen Integrationslösungen für die taktische Sprach- und Datenkommunikation. Im Zentrum steht die miFAP-Produktfamilie, die bestehende und zukünftige Funk-, IP- und Übertragungssysteme in einen gemeinsamen Kommunikationsverbund integriert.
miFAP – die Kommunikationsdrehscheibe für heterogene Systeme
Der multinationale interoperable Funkanschaltpunkt (miFAP), von RUAG im Auftrag der deutschen Bundeswehr entwickelt, verbindet analoge und digitale Funksysteme, VoIP-Netzwerke und IP-Infrastrukturen hersteller- und technologieunabhängig. Herzstück ist der Tactical Access Node TAN T230A. Neben der klimatisierten und HF-geschirmten Containerlösung bringt die hochmobile Manpack-Variante diese Fähigkeit bis an den Tactical Edge. Vier analoge und zwei Ethernet-Schnittstellen ermöglichen den gleichzeitigen Anschluss von bis zu sechs Funkgeräten.
An der CWIX 2026 wurden über miFAP Software Defined Radios verschiedener Nationen an die C2-Umgebung angebunden. Informationen konnten zwischen nationalen Systemen ausgetauscht und zu einem gemeinsamen Lagebild zusammengeführt werden. Über verschiedene Verbindungswege stellte das miFAP Manpack zudem einen gemeinsamen Sprach- und Datenverbund für einen multinationalen NATO-Übungsverbund bereit.
Die Interoperabilität der miFAP-Familie wurde bereits in früheren CWIX-Testkampagnen nachgewiesen. An der CWIX 2026 kam mit dem «CWIX Innovation Spotlight» eine weitere Anerkennung für Potential und Innovationskraft hinzu.

Der Praxistest: CWIX als Nachweis, nicht als Selbstzweck
CWIX bietet einen kontrollierten, realitätsnahen Rahmen, um Systeme vor dem Einsatz multinational zu erproben. 2026 arbeiteten mehr als 4’000 Fachleute aus 46 NATO- und Partnernationen zusammen. In über 30’000 Tests wurden Systeme und Dienste in 19 Fähigkeitsbereichen auf Interoperabilität geprüft.
Interoperabilität ist kein einmaliger Integrationserfolg. Sie muss über Softwarestände und Einsatzzyklen hinweg erhalten werden – durch Softwarepflege, Konfigurations- und Obsoleszenzmanagement sowie technische Betreuung. Als Integrations- und Life Cycle Partner unterstützt RUAG seine Kunden von der Erprobung bis zur langfristigen Einsatzbereitschaft und schafft damit eine Voraussetzung für gemeinsame Führung im Bündnis.
Kontakt:
Martin Hommes, Head of International Sales, RUAG AG, martin.hommes@ruag.ch, ruag.ch
