DEUTZ übernimmt die FFG Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft mbH in Flensburg
DEUTZ hat eine Vereinbarung über den Erwerb von 100% der Anteile an der FFG Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft mbH (FFG) geschlossen. Für den Kölner Technologiekonzern bedeutet die vollständige Übernahme von FFG einen entscheidenden Aufwuchs seines Verteidigungsgeschäfts zu einer weiteren tragenden Säule bei DEUTZ.
Die Übernahme von FFG schlägt mit 1,6 Mrd. Euro zu Buche. Der Kaufpreis soll teilweise in bar und teilweise in neu auszugebenden DEUTZ-Aktien bezahlt werden, so DEUTZ in einer Mitteilung. Mit dem FFG-Erwerb gelingt bei DEUTZ die Schaffung von schnell skalierbaren Produktionskapazitäten, die für die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands und Europas als unerlässlich gelten. Zudem entsteht bei DEUTZ ein gestärktes Verteidigungssegment, das strategisch relevante Verteidigungstechnologien in deutscher Hand belässt.
FFG bringt Kompetenzen ein, die DEUTZ zu einem Systempartner für europäische Verteidigungsprogramme machen. DEUTZ ergänzt dies um sein Antriebsportfolio – von klassischen Verbrennungsmotoren über Hybridantriebe bis zu Lösungen für die dezentrale Stromversorgung im Feld. Dazu kommen die Industrialisierungs- und Skalierungskompetenz sowie das weltweite Servicenetzwerk des Unternehmens. FFG bleibt als neuer Kern der Business Unit Defense operativ eigenständig, während der Konzern die technologische, finanzielle und strategische Skalierung sicherstellt.
Mit mehr als 1.100 Mitarbeitenden fertigt, wartet und modernisiert FFG militärische Rad- und Kettenfahrzeuge, darunter Berge- und Schützenpanzer, Mannschaftstransporter und Spezialfahrzeuge. FFG entwickelt zudem eigene Plattformen und ist Fertigungspartner in multinationalen Rüstungsprogrammen der Nato, darunter das CAVS-Programm („Common Armoured Vehicle System“) für derzeit sieben Mitgliedsländer.
Noch im Oktober 2025 hatte die FFG-Tochter Flensburg Technology Systems GmbH (FTS) mit der Bundeswehr einen mehrjährigen Rahmenvertrag über die Lieferung von bis zu 200 leichten Luftlande-Einsatz-/Gefechtsfahrzeugen (le LL EGF) und leichten Luftlande-Unterstützungsfahrzeugen (le LL UstgFzg) TAHR geschlossen.
Bei einer Pressekonferenz heute Vormittag bekräftigte DEUTZ-CEO Dr. Sebastian Schulte, das mit dem vollständigen Erwerb von FFG ein führender nationaler Systemanbieter für militärische Fahrzeuge, Antriebe und Energielösungen in Europa geschaffen wird. DEUTZ bekräftigt, dass FFG operativ eigenständig bleibt und zukünftig den Kern der Verteidigungsaktivitäten im Konzern bildet. Damit erreicht DEUTZ einen weiteren wichtigen Meilenstein bei seiner Transformation zu einem breit aufgestellten Industrieunternehmen im Rahmen der Next DEUTZ-Strategie.
Stefan Nitschke, Chefredakteur
