Erfolgreiche Abwurf-Versuche mit dem UHU Tiger

12/12/2022

Ende Juli 2022 führte die Wehrtechnische Dienststelle für Luftfahrzeuge und Luftfahrtgerät der Bundeswehr (WTD 61) auf dem Truppenübungsplatz Klietz in Sachsen-Anhalt mit dem Unterstützungshubschrauber Tiger erstmals sogenannte „Jettison-Versuche“ erfolgreich durch. Bei einem solchen Versuch werden zum Beispiel die an einem Hubschrauber angebrachten Außenlasten abgeworfen.

Die Erprobungskampagne ist ein weiterer Meilenstein bei der Entwicklung und Verbesserung im Bereich der Kampfmittelabwehr, speziell im Bereich der fliegenden Waffensysteme des Heeres.

Versuchsobjekt der Erprobungen in Klietz – das Raketenstartgerät für die 70-mm-Raketen am UHU Tiger. (Foto: Bundeswehr/Evi Hufnagl)

Erfolgreiche Zusammenarbeit vieler Dienststellen

Zur Hauptbewaffnung des Tigers gehören neben anderen Waffenanlagen auch 70-mm-Raketen, die aus einem separaten Startbehälter verschossen werden.

Die Wehrtechnische Dienststelle für Waffen und Munition, (WTD 91) in Meppen hatte vom Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) den Auftrag, ein sicheres Verfahren („Sammelvernichtungsanweisung“) zu entwickeln, um den Startbehälter mit seinen Raketen in einer Notsituation vom Hubschrauber sicher abzuwerfen und anschließend durch eine gezielte Sprengung zu vernichten.

Für die Verifizierung der Ergebnisse wurde die WTD 61 um Unterstützung gebeten. Wie bei vielen Erprobungen leisteten aber auch hier viele andere Stellen der Bundeswehr ihren Beitrag zum Gelingen der wichtigen Versuche.

Der UHU Tiger hat seine Außenlast abgeworfen. (Foto: Bundeswehr/Evi Hufnagl)

Erprobung bringt umfangreiche Erkenntnisse

Bei den Versuchen in Klietz wurde nicht nur das Verfahren zur Vernichtung 70-mm-Raketen validiert. Im Zuge der Erprobung wurden zwei beladene Startbehälter mit Übungs- und später auch mit Sprengraketen in ausgesuchten Flugmanövern abgeworfen. Die Flugbewegungen und Abläufe zeichneten Kameras dabei detailliert auf. Eingehende Untersuchungen der Aufzeichnungen schlossen sich an. Darüber hinaus gab auch die Trümmerfeldanalyse wichtige Hinweise.

Die Vernichtungssprengung zeigte schließlich, wie weit sich die heißen Splitter der Gefechtsköpfe im Gelände verstreuten und dass nicht alle Gefechtsköpfe der abgeworfenen Raketen detonierten.

Ein Suchtrupp markiert die durch den Abwurf und Aufschlag verteilten Trümmer (Foto: Bundeswehr/Evi Hufnagel)

Aufwändige Vorbereitungen schaffen wichtige Grundlagen

Bereits im Vorfeld der aktuellen Erprobung waren viele Vorversuche notwendig. Nur so konnten eine sichere Flugversuchsdurchführung gewährleistet und vielfältige Kenntnisse über das Separationsverhalten des Startbehälters im freien Fall gewonnen werden.

Nach erfolgreichen Bodenversuchen zu Beginn erfolgte ein erster Flugversuch auf dem Erprobungsgelände Feilenmoos der WTD 61. Dabei wurde ein 70-mm-Raketenstartbehälter mit Übungsraketen abgeworfen. Auch damals begleiteten Kameras am UHU Tiger und am Boden das Geschehen. Die so gewonnenen Erkenntnisse waren eine Voraussetzung für die Durchführung der aktuellen Tests.

Wie bei allen Erprobungen durch die Wehrtechnischen Dienststellen des Organisationsbereichs Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung (AIN) stand aber auch in Klietz die Sicherheit an erster Stelle. Aufgrund der zu erwartenden jahreszeitbedingten Trockenheit und der damit verbundenen Waldbrandgefahr wurde mit allen beteiligten Stellen unter anderem ein detailliertes und strenges Brandschutzkonzept erstellt und während der gesamten Erprobungsdauer penibel beachtet.

Autor: Bundeswehr/WTD 61

Beobachtung aus sicherer Entfernung – die Detonation der Raketen ist gewaltig (Foto: Bundeswehr/Evi Hufnagl)

Pressemitteilung

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