Stefan Nitschke

Infos zum Autor

Stefan Nitschke

Vorläufige Verkehrszulassung für Rheinmetalls LUNA NG erreicht

LUNA NG „HUSAR“ erreicht mit der vorläufigen Verkehrszulassung einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur Musterzulassung

Ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur vollständigen luftfahrttechnischen Zulassung des unbemannten Aufklärungssystems LUNA NG ist erreicht: Das Luftfahrtamt der Bundeswehr (LufABw) hat für das bei Rheinmetall beauftragte System eine vorläufige Verkehrszulassung erteilt. Damit ist ein wesentlicher Schritt auf dem Weg zur angestrebten Muster-zulassung abgeschlossen.

Die vorläufige Verkehrszulassung der LUNA NG ermöglicht die nahtlose Integration einer militärisch genutzten Drohne in regulärem, exklusivem Luftraum. Im Gegensatz zu vergleichbaren Systemen erfüllt das Drohnensystem „zivile Sicherheitsstandards und durchbricht somit die Beschränkung auf rein militärisches Gebiet“, so Rheinmetall in einer Pressemitteilung von heute Vormittag. Darin heißt es weiter, dass das Erfüllen der strengen Prüfmethoden der Luftfahrt perspektivisch den regulären Flug über dicht besiedeltem Territorium erlaubt. Damit überwindet das System eine regulatorische Barriere und setzt neue Maßstäbe für die Einsatzmöglichkeiten militärischer Aufklärung in Europa.

Die Bundeswehr führt das Drohnensystem LUNA NG unter der Bezeichnung HUSAR („Hocheffizientes Unbemanntes System zur Aufklärung mittlerer Reichweite“) ein. Ihre vorläufige Verkehrszulassung ermöglicht der Bundeswehr bereits jetzt eigenständigen Flugbetrieb für Ausbildung und Prüfzwecke.
Foto: Rheinmetall AG

Mike Schmidt, CEO der Business Unit Air Unmanned Space bei Rheinmetall: „Die Zulassung erfolgt nach den gleichen Maßstäben wie bei großen Luftfahrzeugen, etwa einem A320. In diesem Fall bestand eine besondere Herausforderung darin, dass kritische Komponenten wie der Autopilot oder sicherheitskritische Navigationssysteme in Eigenregie entwickelt und zugelassen werden mussten. Zertifizierte Systeme für taktische unbemannte Luftfahrzeuge sind am Markt schlicht nicht verfügbar.“

Die technische Reife der LUNA NG wurde bereits in umfangreichen Flugerprobungen im Rahmen ziviler Betriebsgenehmigungen nachgewiesen. Insgesamt absolvierte das System rund 150 Flüge mit etwa 200 Flugstunden. Parallel dazu wurden die ersten so genannten „Steuerer und Nachprüfer“ der Bundeswehr erfolgreich auf LUNA NG ausgebildet. Damit stehen bereits qualifizierte Kräfte für den eigenständigen Betrieb zu Ausbildungs- und Prüfzwecken zur Verfügung.

LUNA NG ist für die ausdauernde, luftgestützte Aufklärung, Klassifizierung und Erkennung von Objekten in Echtzeit ausgelegt. Mit einer Flugzeit von mehr als zwölf Stunden verfügt die Fixed-Wing-Drohne über eine hohe Reichweite und Ausdauer. Mit der vorläufigen Verkehrszulassung erreicht Rheinmetall einen weiteren wichtigen Meilenstein bei der Realisierung des HUSAR-Systems. Die Arbeiten zur vollständigen Musterzulassung werden parallel fortgeführt.

Stefan Nitschke

Wehrtechnik

Top News

Anzeige

suche