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Paul Schwichtenberg

Diehl Defence und Indra vertiefen Kooperation bei Luftverteidigung

Foto: Diehl Defence

Die Rüstungsunternehmen Diehl Defence und der spanische Technologiekonzern Indra wollen ihre Zusammenarbeit im Bereich der Luft- und Raketenabwehr ausbauen. Beide Firmen unterzeichneten eine Vereinbarung, um gemeinsam Systeme zur bodengebundenen Luftverteidigung zu entwickeln und zu produzieren.

Im Mittelpunkt steht zunächst die Entwicklung eines Luftverteidigungssystems mittlerer Reichweite, das auf die Anforderungen der spanischen Streitkräfte zugeschnitten sein soll. Dabei soll auch die industrielle und technologische Basis Spaniens stärker eingebunden werden. Langfristig könnte die Kooperation auf weitere Bereiche ausgeweitet werden, etwa auf maritime Anwendungen oder luftgestützte Systeme.

Beide Unternehmen bringen unterschiedliche technische Schwerpunkte in die Partnerschaft ein. Diehl Defence verfügt über Erfahrung bei Flugabwehrsystemen und Lenkflugkörpern, darunter die Systeme IRIS-T SLS für kurze Reichweiten und IRIS-T SLM für mittlere Reichweiten. Zudem arbeitet das Unternehmen derzeit an der Weiterentwicklung IRIS-T SLX für größere Entfernungen. Indra wiederum ist auf Radarsysteme, taktische Kommunikation sowie Führungs- und Kontrollsysteme für Luft- und Raketenabwehr spezialisiert.

Diehl-Defence-Chef Helmut Rauch erklärte, man wolle mit der Zusammenarbeit das Angebot an bodengebundenen Luftverteidigungssystemen erweitern und damit die Handlungsfähigkeit europäischer Staaten stärken. Auch Indra-Chef José Vicente de los Mozos betonte die Bedeutung europäischer Industriepartnerschaften. Das Abkommen könne zudem dazu beitragen, künftig entsprechende Systeme und Flugkörper auch in Spanien zu produzieren.

Die Vereinbarung fällt in eine Phase wachsender Verteidigungsausgaben in Europa. Spanien plant im Rahmen seiner sogenannten Sondermodernisierungsprogramme Investitionen von rund 14 Milliarden Euro im Jahr 2025. Auf EU-Ebene soll der Plan „ReArm Europe / Readiness 2030“ in den kommenden Jahren Investitionen von insgesamt rund 800 Milliarden Euro mobilisieren. Luftverteidigung gilt dabei als ein zentraler Schwerpunkt.

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