Strategische Partner: Deutscher Verteidigungssektor wendet sich in Sachen Innovation zunehmend an Litauen

21/10/2021

In einer Zeit weltweiter politischer Unsicherheit gehört die Verteidigungsindustrie zu den am schnellsten wachsenden Branchen in Europa und weltweit. Mit der zunehmenden Komplexität der Militär- und Verteidigungstechnologien sind die Verteidigungsausgaben auf der politischen Agenda der Regierungen nach oben gerückt, was zu höheren Investitionen in Forschung und Entwicklung führt. Mit ihrem weltweit führenden Know-how in Technologien von Lasern bis hin zu Navigationssystemen ziehen die litauischen Rüstungsunternehmen Interesse aus der ganzen Welt auf sich – und gehören heute zu den begehrtesten Partnern einiger der größten Namen der deutschen Rüstungsindustrie.

Das litauische mittelständische Unternehmen OSTARA verfügt über eine 20-jährige Erfahrung auf dem Gebiet von Hybrid-Elektro-Diesel-Sonderfahrzeugen für Verteidigung und Sicherheit. (Foto: OSTARA LLC)

Fokus auf Innovation

Eines der Unternehmen, das bei der internationalen Zusammenarbeit eine Vorreiterrolle spielt, ist Brolis. Das Unternehmen, das einige der weltweit besten Infrarotlaserprodukte herstellt, arbeitet eng mit Partnern in ganz Europa und Amerika zusammen, insbesondere mit führenden Nato-Mitgliedsländern wie Deutschland.

Brolis entwickelt elektro-optische Systeme und Komponenten für Sicherheit, Überwachung und Aufklärung – von konventionellen sichtbaren Ziellasern bis hin zu hochentwickelten Infrarot-Kamerasystemen, Nachtsicht- und Wärmebildgeräten. Die enge Zusammenarbeit mit Endanwendern aus Militär und Polizei ermöglicht es Brolis, Systeme der nächsten Generation zu entwickeln, die auch die Anforderungen der anspruchsvollsten Missionen erfüllen.

Ein Beispiel ist das weltweit erste Kurzwellen-Infrarot (SWIR)-Waffenzielsystem für die Überwachung und Zielerfassung auf mittlere Distanz. Das Visier wird derzeit vom Militär und den Strafverfolgungsbehörden in Litauen und anderen europäischen Ländern eingesetzt. Das Gerät arbeitet außerhalb des herkömmlichen Infrarotspektrums, so dass sein Laserpointer und sein Beleuchtungsgerät von herkömmlichen Nachtsichtgeräten nicht erkannt werden können.

„Dies ist ein echter Vorteil, wenn man nicht gesehen wird und jeden sehen kann“, sagt Ričardas Bagdonas, Feldtestingenieur bei Brolis, über die Innovation des Unternehmens. „Uns ist kein anderes Unternehmen bekannt, das ein solches Produkt entwickelt hat.“

Zu den weiteren Innovationen des Unternehmens gehört eine breite Palette von Lasergeräten, Visieren, Markierungen, Beleuchtungen, Infrarot-Filtern sowie Wärmebildgeräten, die den modernen taktischen Anforderungen voll entsprechen.

Vertrauensvoller Partner für die Zusammenarbeit

Eine weitere Erfolgsgeschichte ist die des größten Verteidigungsunternehmens des Landes, Elsis, einer Gruppe von Unternehmen der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT). Elsis wurde 1991 gegründet und entwickelt und implementiert Softwarelösungen, Informationssysteme, Telekommunikations- und taktische Kommunikationssysteme als Teil verschiedener Verteidigungssysteme und Sicherheitsinfrastrukturprojekte. Die Gruppe verfügt über eine nachgewiesene Erfolgsbilanz bei skalierbaren, integrierten F&E-Partnerschaften mit deutschen Unternehmen und arbeitet seit 2012 mit Airbus Defence and Space an großen Nato-Projekten sowie mit ESG Elektroniksystem und dem Softwareunternehmen Zuken zusammen.

„Deutsche Partner sagen, dass sie durch die Zusammenarbeit mit uns Zugang zu weltweit führendem Know-how erhalten, das sie zu Hause nicht ohne Weiteres finden“, sagt Gediminas Viškelis, Leiter der Exportabteilung bei Elsis PRO. „Darüber hinaus teilen wir eine Kultur der Präzision und des gegenseitigen Respekts. Und mit dem Vorteil der Kosteneffizienz, den wir bieten können, erwarten wir, dass wir noch viele solcher internationalen Kooperationen sehen werden.“

Der Verteidigungssektor wächst zweifelsohne stetig, fügt Gediminas Viškelis hinzu. „Er erhält immer mehr Finanzmittel, so dass es wirklich viele Möglichkeiten gibt, mehr und mehr Projekte zu entwickeln und umzusetzen – insbesondere im Bereich der Weltraumverteidigung.“

In der Tat rechnet Elsis mit weiteren Innovationen in der Zukunft: „Wir haben den Ehrgeiz, nicht nur Partner in Forschung und Entwicklung zu sein, sondern auch unsere eigenen Produkte zu entwickeln“, notiert Gediminas Viškelis. „Eines unserer Produkte, Shift, ist zum Beispiel für die Flugsicherung bestimmt. Wir haben es bereits für den brasilianischen Flugsicherungsdienst implementiert.“

Der litauische Verteidigungssektor ist ein starkes und vielschichtiges Umfeld, das Luft- und Raumfahrttechnologien, Kommunikations- und Informationssysteme, Komponenten, Munition, Luft-/Bodenunterstützungssysteme, Detektions-, Ortungs-, Erfassungs- und Täuschungstechnologien, Fahrzeuge, persönliche Ausrüstung sowie Forschung und Entwicklung umfasst. Die litauische Verteidigungsindustrie verfügt über eine der bestausgebildeten Bevölkerungen Europas und schöpft aus einem beachtlichen Pool an Talenten, um durch internationale Partnerschaften in einer Reihe von Technologien Lösungen von Weltklasse zu entwickeln.

Autorin: Lina Petruškienė ist Communications Project Manager bei Enterprise Lithuania

Stefan Nitschke

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