Die Bedrohung durch Drohnen hat die Anforderungen an moderne Kampfflugzeuge und ihre Systeme grundlegend verändert. Auf der Farnborough Airshow 2026 (20. bis 24. Juli) zeigt Rafael Advanced Defense Systems (Rafael), wie LITENING als der weltweit am häufigsten eingesetzte Zielbeleuchtungs- und Aufklärungspod dieser Bedrohung begegnet.
LITENING wird von mehr als 25 Flugzeugtypen bei 28 Luftstreitkräften eingesetzt – darunter auch die Deutsche Luftwaffe. Der Pod hat sich als zentraler Bestandteil der gesamten Einsatzkette in einigen der anspruchsvollsten Bedrohungsszenarien erwiesen. Im vergangenen Jahr hatte der Deutsche Bundestag der Beschaffung von 90 LITENING-5-Behältern für die Eurofighter-Flotte der Luftwaffe zugestimmt. Mit dieser Beschaffungsentscheidung vollzieht die Luftwaffe die nahtlose Integration des neuen Zielbeleuchtungs- und Aufklärungspods in vernetzte und Einsatzumgebungen, die zukünftig durch das Zusammenwirken von bemannten und unbemannten Plattformen geprägt sein werden.
Das künftige Einsatzumfeld von Kampfflugzeugen wird durch neue Bedrohungen gekennzeichnet sein: unbemannte Luftfahrzeugsysteme oder Drohnen. Hier wird die Rolle des LITENING-Pods deutlich. Bei der Drohnenabwehr durch Kampfflugzeuge kommt es darauf an, den gesamten Abfangvorgang – von der automatischen Entdeckung, Erkennung und Identifizierung bis hin zur Verfolgung und Endphasenlenkung – durch eine moderne und bedarfsgerechte Ausstattung sicherzustellen.
Zielbeleuchtungs- und Aufklärungspods wie LITENING-5 sind in der Lage, insbesondere kleine und schnell fliegende Bedrohungen frühzeitig zu entdecken, zu identifizieren und zu bekämpfen. Dies erfolgt mittels eines elektro-optischen Trackers. Die Zeit von der ersten Erkennung bis zum erfolgreichen Bekämpfungsvorgang wird dadurch spürbar verkürzt. Sobald ein Ziel erfasst und fixiert ist, erweitert der im LITENING-5-Pod enthaltene Laserzielmarkierer den Einsatzbereich auf verschiedene Munitionstypen, darunter radargelenkte, wärmesuchende und lasergelenkte Raketen. Dies gibt den Nutzern die erforderliche Flexibilität, angemessen auf jede Bedrohung zu reagieren. Durch die Erkennung, Verfolgung und Zielmarkierung eröffnet LITENING einen präzisen und kostengünstigen Weg zur Bekämpfung kleiner Luftbedrohungen und erhält gleichzeitig die volle Bandbreite an Munitionstypen für anspruchsvolle Bedrohungen aufrecht.
Das im LITENING-5-Pod enthaltene multispektrale Infrarot-Sensorsystem mit der Möglichkeit einer großflächigen Farbbildgebung bietet die erforderliche Erkennungs- und Identifizierungssicherheit gegen schwer erkennbare Luftziele wie Drohnen. Fortschrittliche Bildverarbeitungs- und automatische Zielverfolgungsalgorithmen gewährleisten die Zielerfassung schnell beweglicher Ziele über taktisch relevante Entfernungsbereiche, während die Gefechtsschadensanalyse (Battle Damage Assessment; BDA) und die Anzeige beweglicher Bodenziele die Einsatzfähigkeit des Systems während des gesamten Einsatzes erweitern. Der LITENING-5-Behälter bietet als neueste Generation der LITENING-Familie optional eine SAR-Nutzlast (Synthetic Aperture Radar), die neben den etablierten Aufgaben des Systems auch die Zielerfassung bei allen Wetterbedingungen ermöglicht.
Die bisherige Einsatzbilanz von LITENING-Pods spiegelt eine Entwicklungsphilosophie wider, die auf realen operativen Erfahrungen basiert. Jede nachfolgende Generation hat die Fähigkeiten des Systems erweitert und gleichzeitig die Zuverlässigkeit und Interoperabilität bewahrt, auf denen die Zieldoktrin von 28 Nutzerstaaten beruht.
Stefan Nitschke, Chefredakteur
