MBDA in Deutschland hat vom Beschaffungsamt der Bundeswehr (BAAINBw) einen Auftrag zum Bau eines Demonstrators für einen luftgestützten Laser erhalten. Ziel ist es, die technologischen Grundlagen für zukünftige Laserwaffen an Bord von Flugzeugen zu schaffen.
Der erteilte Auftrag sieht vor, dass wesentliche Komponenten eines Laser-Pods bereits für den späteren Flugbetrieb ausgelegt werden. Damit soll die Machbarkeit eines luftgestützten Laserwaffensystems geprüft und die Basis für eine künftige Einsatzfähigkeit bei der Luftwaffe gelegt werden.

Illustration: MBDA
Lasertechnologie gilt seit 2019 als strategisches Schwerpunktthema der deutschen Forschung und Entwicklung sowie als nationale Schlüsseltechnologie im Rahmen der SVI-Strategie der Bundesregierung und des Bundesministeriums der Verteidigung. MBDA positioniert sich dabei als langjähriger Entwicklungspartner
für Lasereffektoren in allen Teilstreitkräften. Der Konzern hat in den vergangenen Jahren durch signifikante Eigeninvestitionen die notwendigen Technologien für Lasereffektoren kontinuierlich erarbeitet und verschiedene
Demonstratoren aufgebaut und erprobt.
Erwartbarer Fähigkeitszuwachs
Lasertechnologien bestimmen das Erscheinungsbild künftiger militärischer Operationen. Sie dienen vorrangig dem Schutz der eingesetzten Kräfte. Insbesondere Bedrohungen in der Luft machen den Einsatz von Hochenergie-Lasereffektoren zu einem sinnvollen Bestandteil militärischer Einsatzplattformen, darunter neben seegehenden Schiffen (z. B. Fregatten) auch die neue Generation von unbemannten Kampfflugzeugen.
Die Bundeswehr hat seit Beginn dieser Dekade unter realen Einsatzbedingungen auf einem Schiff der Deutschen Marine einen Laserwaffendemonstrator erprobt – dabei kam eine neuartige Tracking-Technologie von MBDA Deutschland zum Einsatz. Von der Fregatte „Sachsen“ aus wurden Drohnen im Nah- und Nächstbereich erfasst, verfolgt und zerstört. Die Tracking-Technologie hat maßgeblich zum Erfolg des Gesamtsystems beigetragen und sich erstmals im operationellen Umfeld bewährt.
Ein operationelles Laserwaffensystem eignet sich komplementär zu Rohrwaffen und Lenkflugkörpern insbesondere zur Abwehr von Luftbedrohungen (z. B. Drohnen, Drohnenschwärme) oder zur Bekämpfung von Überwasserzielen auf See (z. B. angreifende Schnellboote). Die Industrie betont, dass mit der Erprobung von Laserwaffendemonstratoren in Deutschland grundlegende Voraussetzungen für die Einführung neuer Laser-Waffensysteme in die Bundeswehr geschaffen werden können.
